1.1.4 Definition: Produkte und Leistungen
Die Bestimmung des Angebots in verkaufbare Einheiten von Produkten und Dienstleistungen scheint trivial zu sein, ist aber eine der größten Herausforderungen für Gründer.
Was gilt es bei der Definition der Produkte und Leistungen zu beachten
- Die Produkte und Leistungen müssen für den Kunden
erkennbar und abgrenzbar zu anderen Leistungen
sein. Ein allgemeines Angebot zur Software-Beratung kann z.B.
Trainingsmaßnahmen beinhalten, Studien zum
Software-Vergleich, die Anpassungen vorhandener Angebote an
individuelle Kundenwünsche oder die Erstellung von
Pflichtenheften für die Entwicklung neuer Software.
Was sich hinter einem Angebot versteckt erschließt sich
dem Kunden nur zu häufig nicht, weder auf dem ersten noch auf
dem zweiten Blick. Da der Gründer glaubt ein genaues Bild von seinem Produkt
zu haben, projiziert er dieses stillschweigend auf seinen
Kunden. Ihm ist scheinbar alles klar. Dem Kunden häufig nicht. Nehmen wir ein Beispiel: Sie möchten Web-Seiten
gestalten. Für viele Gründer, als Kreative oder Programmierer ist
damit alles gesagt, es ist eben klar.
“Ich gestalte Ihre Homepage“ lautet die Botschaft.
So weit so gut. Ein Problem wird es nur, wenn danach ein Punkt gemacht wird, d.h. wenn das Angebot nicht weiter spezifiziert wird.
Was sich dahinter verbergen kann, zeigen nur einige der möglichen nachfolgend aufgeführten Leistungen.
- Provider Auswahl, Vertragsvorbereitung
- Anfertigung des Logos
- Entwurf des gesamten Designs (Seitenzahl)
- Erstellung der Fotos (Anzahl)
- Bereitstellung von Fotos (einschließlich der Klärung des Copyrights)
- Programmieren der Seite in verschiedenen Formaten
- Animierung von Schaubildern
- Textbearbeitung entsprechend der Entwürfe des Kunden
- Domain Suche und Anmeldung
- Anmeldung bei verschiedenen Suchmaschinen
- Nachfolgende Betreuung, Aktualisierungen
- Übergabe der Codes
Auf dieser Grundlage sind Ansprachen an den Kunden weitaus differenzierter möglich. Ebenso werden Planungen hinsichtlich der Zeit, der Kosten, der Mengen oder möglicher Kooperationen beherrschbarer.
Bewährt haben sich gerade im Dienstleistungsbereich, klar definierte kleine Einheiten und Dienstleistungen mit extra ausgewiesenem Mehrwert für den Kunden.
- Zur Bestimmung der Produkte und Dienstleistungen gehören selbstverständlich die Angaben der Mengeneinheiten und die Angabe der Preise. Verkauft der Gründer seine Zeit (Stundenlohn), die erbrachte Leistung (z.B. Waren im Einzelhandel), die gefahrenen Kilometer oder nur den Erfolg (z.B. Provisionen eines Handelsvertreters). Zur Bestimmung der Produkte und Dienstleistungen gegenüber dem Kunden sind dies zentrale Fragen. (Beispiel Segelschule)
- Wichtig ist die quälende Frage nach den Erfolgsaussichten von Spezialisierung und Diversifikation für sich selbst zu beantworten. Ein klassischer Schwachpunkt vieler Gründungen besteht im unklaren bzw. im zu „bunten“ Produktportfolio. Aus der Sorge, mit nur einem oder wenigen Produkten genügend Umsatz generieren zu können, erwächst die „Bauchladen-Strategie“. Es ist keine Ausnahme, dass versucht wird, Tanzkurse zu geben, Teehandel zu betreiben und gleichzeitig Buchhaltungsservice anzubieten. Nicht das dies grundsätzlich nicht gehen könnte, aber in der Regel nicht von Anfang an. Wenn überhaupt, dann eins nach dem anderen. Nicht nur, dass der Gründer schwerlich Kompetenz in teilweise sehr verschiedenen Gebieten erreichen kann, noch viel weniger kann er dies gewöhnlich seinen Kunden vermitteln. Also hier die Empfehlung: im Zweifelsfall konzentrieren und spezialisieren.
- Die Definition der Produkte und Dienstleistungen steht in engem Zusammenhang mit den unternehmerischen Aufgaben des Einsatzes der Marketinginstrumente und hierbei insbesondere der Produktpolitik. Dabei sind Fragen des Lebenszyklus der Produkte oder der Positionierung am Markt zu beantworten.
