1.2.2.8 Marketingmedien
Für breit streuende oder sehr gezielte Ansprachen der Kunden werden traditionelle Wege (Direktwerbung, das Direktmailing per Post, Kataloge oder die persönliche Ansprache von Kunden) aber auch neue Medien (Mobiltelefon, Satellitenfernsehen und natürlich das Internet) genutzt. Das Wort „neu“ bezieht sich hier insbesondere auf die neuen Möglichkeiten dieser Medien.
Ein breit gestreutes Marketing (für ein undifferenziertes Publikum) lässt sich über Zeitungen, Zeitschriften oder eventuell auch Funk und Fernsehen bewerkstelligen. Wesentlich gezielter sind dagegen Direktmail, Hausverteilung oder Kundenzeitschriften. Fragt man Existenzgründer, wie sie Kunden erreichen wollen, dann hört man oft als erstes „durch Werbung“, dann werden Werbemedien aufgezählt und das scheint alles zu sein.
Zu wenig Beachtung finden noch immer Direktmarketingformen wie:
Kundengespräch
Kundenbefragung
Kundenbrief mit Antwortmöglichkeit für den Kunden
Hier handelt es sich um Maßnahmen, die den Kunden direkt und namentlich – oft mit Reaktionsmöglichkeit für den Kunden – ansprechen.
Vorteile dabei sind vor allem:
- gezielte Ansprache der Zielperson,
- mehrstufige Kommunikation
- persönliche Gespräch,
- minimaler Kostenaufwand bei Verkaufsgespräch,
- messbare und sichtbare Reaktionen,
- zielgruppenorientierte Werbemöglichkeit,
- Individualisierung der Sendung durch persönliche Ansprache,
- Erschließung neuer Märkte mit geringem Aufwand.
Bei der Auswahl der Marketingmedien ist zunächst zu unterscheiden zwischen Instrumenten, den Werbeträgern, mit denen Werbebotschaften transportiert werden sollen und Formen dieser Botschaften, den Werbemitteln.
Die wichtigsten Werbeträger sind Massenmedien. Öffentliche Verkehrsmittel, Give-aways (Flugblätter) und Werbegeschenke sind weitere Instrumente. Manchmal sind Werbemittel und Werbeträger im Wesentlichen identisch (Plakate, Postkarten mit Werbemotiven).
Die wichtigsten Werbemedien sind:
Fernsehen
Rundfunk
Magazine
Zeitungen
Außenwerbung
Direktwerbung
Internet (online-Kommunikation)
Jedes Werbemedium hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Es gilt deshalb immer ausgehend von den eigenen Zielen abzuwägen und die Brauchbarkeit des jeweiligen Mediums für die verfolgten Zwecke einzuschätzen. (Vertiefung: Werbemedien)
Ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Auswahl ist besonders für Existenzgründer die Effektivität des Einsatzes von Werbeträgern. Die folgende Übersicht zeigt, dass das Kundengespräch des Außendienstmitarbeiters zwar verhältnismäßig teurer ist, jedoch hat es eine außerordentlich hohe Erfolgsquote. Nach eigenen Untersuchungen des Autors führte jedes vierte Kundengespräch bei entsprechender Vorbereitung zum Erfolg in Form einer Interessenbekundung zum Erwerb eines präsentierten Produktes.
|
Instrument |
Kosten pro Kontakt |
Erfolgsquote |
|
Verkäufer |
175,00 € |
25 % |
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Telefon |
9,00 € |
15 % |
|
Mailing |
1,00 € |
0,5…3 % |
|
Beilage in Zeitungen |
0,09 € |
0,0…% |
|
Anzeige |
0,50 € |
0,0…% |
Angesichts der vielen Möglichkeiten ist es sicher sinnvoll, dass sich jeder für seine Bedürfnisse auf bestimmte Werbemedien konzentriert.
Die alleinige Reduzierung der Kundengewinnung und –pflege auf Werbung ist nicht gerechtfertigt aber angesichts der vielen Werbung, die von früh bis spät auf uns einwirkt, manchmal durchaus verständlich.
Deshalb an dieser Stelle einiges zu den Marketingmedien, die nach unseren Erfahrungen bei der Beratung von Gründern am ehesten nutzbar erscheinen:
Spotwerbung in elektronischen Medien
Webseiten mit Werbung (Werbung ist Hauptthema der Webseite)
Werbeeinbindungen in oder Popup-Fenster auf fremden Webseiten (Werbung ist nicht Hauptthema der Webseite)
Anzeigen in Printmedien
Werbung per Post, so genannte ,,Direct Mailings“
Werbung per E-Mail
Werbeaufschriften und -slogans bei Veranstaltungen (Bandenwerbung)
Werbeaufschriften und -slogans auf der Kleidung von Akteuren (Trikot-Werbung)
Werbeaufschriften und -slogans auf Gebäuden oder Fahrzeugen
„Schleichwerbung“ durch Lancieren redaktioneller Inhalte mit positiver Aussage über Produkt/Hersteller
Anzeigen
Im Jahr 2003 gab es in Deutschland 1 288 Anzeigenblätter und 479 Verlage mit einer Wochenauflage von 85,1 Millionen. Die Anzeigenblätter in Deutschland legten um 810 000 Leser auf 43,62 Millionen zu. Dagegen verloren die regionalen Abonnement Tageszeitungen an Reichweite. Bundesweit erreichen Anzeigenblätter 68 % der 30 bis 49-jährigen. (Quelle: Reichweitenanalyse für Medien des Instituts für Demoskopie Allensbach; In: Abendblatt 21.07.04,S.3)
Bei der Schaltung von Kleinanzeigen steht die Botschaft – der Kundennutzen im Vordergrund. Um diese zum Kunden zu transportieren gilt es, die richtigen Zeitungen und Zeitschriften für unsere Annonce auszuwählen. Dabei sind die Informationen, die bei der Analyse der Kundengruppen, z.B. über deren Leseverhalten ermittelt wurden, zu nutzen.
Folgende Punkte sind bei der Mediaplanung zu berücksichtigen:
- Zielgruppenbestimmung
hier helfen die Mediadaten der Zeitungen und Zeitschriften. Sie werden kostenfrei zugesandt und enthalten alle Informationen zum Medium (Verbreitungsgebiet, Auflage, Regionen, Kosten, Rabatte, Leistungsbedingungen)
- Kostenermittlung
Verschiedene in Frage kommende Zeitungen und Zeitschriften bzw. Funk- und Fernsehsender unterbreiten ihre Angebote i.a. nach folgenden Kriterien:
Tausenderpreis:
Verhältnis zwischen Anzeigenpreis und verbreiteter Auflage, d.h.:
Kosten für das Schalten einer Anzeige (Schaltkosten) x
1.000
Verbreitete Auflage
Tausend-Kontakt-Preis
Was kostet die Chance, von Tausend Lesern des Mediums wahrgenommen zu werden, d.h.
Kosten für das Schalten einer Anzeige (Schaltkosten) x
1.000
Reichweite
- Mediastreuplan, Mediakostenplan und Zeitplan
Sie bestimmen die Menge und Kombination der Werbeträger (Flyer, Anzeigen, Plakate), wann diese zum Einsatz kommen sollen (Monat, Tages – oder Wochenzeitung) und die Verteilung der finanziellen Mittel auf die Werbeträger zu unterschiedlichen Zeitpunkten
Für die Gestaltung der Anzeige sollte man die Hilfe eines Werbebüros in Anspruch nehmen. Es sollte dabei Sorge getragen werden, dass ihre Botschaft beim Leser auch ankommt. Da der Leser in etwa 4 Sekunden eine Seite überfliegt, sollten sie alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit Ihr potentieller Kunde in dieser kurzen Zeit an Ihrer Anzeige „hängen bleibt“. Möglichkeiten dazu bieten sich folgende:
- Positionierung der Anzeige
- Gestaltung der Anzeige
Versäumen Sie nicht, die Wirksamkeit Ihrer Anzeigenschaltung zu prüfen. Fragen Sie Ihre Kunden, wie diese auf Sie aufmerksam geworden sind und vermerken Sie dies über einen bestimmten Zeitraum
Werbebrief
Jeder wird sich mit der Erstellung von Kundenbriefen auseinandersetzen müssen. Die Anlässe sind sehr vielfältig: Einladung zu einer Firmenveranstaltung, Angebotsunterbreitung, Ankündigung eines Besuches, Information über Produktneuheiten usw.
Stets sollte dabei bedacht werden: Unser Brief „stiehlt“ dem Leser Zeit. Wir sollten deshalb sorgsam mit den Informationen umgehen, die wir vermitteln wollen. Unnötige oder unnötig lange Informationen verleiten den Leser, diese Briefe in die „Papierkorbablage“ zu verabschieden.
Überlegen wir also, welche Informationen wir selbst beim Erhalt eines solchen Angebotsbriefes erwarten. Genau diese Informationen sollten sich auf der ersten Briefseite (falls noch ein Flyer beigelegt sein sollte) finden:
- Wer ist der Absender des Angebots
- Worum handelt es sich
- Welchen Nutzen versprechen wir dem Kunden
- Was kostet es
- Was muss der Kunde tun, um das Angebot anzunehmen
(Seminarzentrum)
(Seminar für Marketing)
(mehr Umsatz)
(Niemals Preis nennen, bevor Sie ausführlich Gelegenheit hatten, den Kundennutzen darzustellen)
(Kontaktangabe)
Die wichtigste Botschaft enthält dabei der erste Satz im Brief. Mit diesem greifen wir ein Problem des Kunden auf („Im Gespräch mit Kunden fallen Ihnen nie zur rechten Zeit die richtigen Antworten ein “). Wir holen Ihn ab und unterbreiten ihm für dieses Problem einen Lösungsvorschlag (Seminar mit Kundennutzen). Bei einer Einladung zum „Seminar für Marketing und Vertrieb“ sollte der kleinste gemeinsame „Interessen-Nenner“ stehen, also etwas, was alle ansprechen könnte, unabhängig von Geschlecht oder Funktion des Angesprochenen.
„Möchten Sie wissen, wie Sie Ihre Schlagfertigkeit erhöhen – privat wie geschäftlich Dann liefert unser Seminar dafür ein tolles Training….“
Hier knüpfen wir an eine Erfahrung wohl jedes Lesers an. Jeder hat schon einmal verspürt, wie ihm zum richtigen Zeitpunkt die Argumente gefehlt haben. Wir bieten für derartige Situationen Lösungsvarianten. Neben Briefen und Visitenkarten sowie unserem persönlichen Erstkontakt vermitteln wir einen ersten entscheidenden Eindruck von uns und unserem Unternehmen durch unser Telefonat. Die besondere Schwierigkeit besteht darin, dass flexible Gesprächsführung, Einwandbehandlung und Registrierung der Reaktion des Kunden gleichzeitig ablaufen müssen. Deshalb sollte es gut vorbereitet werden und nach einem ungefähren Plan ablaufen.
