2.1.1 Zielstellung des Geschäftsplanes
Durch die Erstellung eines Geschäftsplans wird aus einer guten Idee eine realisierbare Geschäftsidee. Der Geschäftsplan ist das Modell des zukünftigen Unternehmens. Er bietet dem Jungunternehmer nach der Gründung Orientierung und macht eine Kontrolle der Zielerreichung überhaupt erst möglich. Der Geschäftsplan ist in der heutigen Zeit unabdingbar, um sich Fremd- oder Beteiligungskapital zu beschaffen. Die Bank als Kapitalgeber hat bei der Beurteilung von Existenzgründungsvorhaben im Wesentlichen zwei Dinge, auf die sie zurückgreifen kann:
die Gründerpersönlichkeit(en) und
den Geschäftsplan.
Darin unterscheidet sich ein zu gründendes Unternehmen
grundsätzlich von einem bestehenden Unternehmen, bei dem auch
auf die Historie – vorhandene Zahlen (Bilanzen,
betriebswirtschaftliche Auswertungen) und Referenzen von
Geschäftspartnern über eine erfolgreiche Zusammenarbeit
– zurückgegriffen werden kann.
Auch daraus ergibt sich der hohe Stellenwert des
Geschäftsplanes – und natürlich auch der
Gründerperson – bei der Vorbereitung einer
Existenzgründung.
Geht es nicht auch ohne Geschäftsplan
Oft wird von zukünftigen Existenzgründern diese Frage gestellt. Mancher ist sogar der Meinung, dass für sein spezielles Vorhaben eigentlich gar keine Planung möglich ist. Natürlich ist jedes Unternehmen planbar. Die Planung für ein Unternehmen ist eine sehr komplizierte Aufgabe und dies ganz besonders für einen Gründer. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Lösung dieser Aufgabe um so schwieriger gestaltet, je geringer das Erfahrungspotenzial ist, auf das der Gründer zurückgreifen kann. Deshalb sei gesagt: Man tut sich selbst keinen Gefallen, wenn man auf den Geschäftsplan verzichtet.
Gerade, wenn es besonders schwierig ist oder es dem Gründer besonders schwer fällt, ist die Erarbeitung des Planes besonders wichtig.
Worauf soll man also warten Nur, wenn man mit der Planung beginnt, wird es im Laufe der Arbeit möglich sein, die Probleme zu lösen. Man beginnt mit einem ersten groben Ansatz. Zunächst handelt es sich bei allem nur um Hypothesen. Dann erkennt man die offenen Fragen, verschafft sich zusätzliche Informationen und kann einen zweiten präzisierten Planungsschritt hinzufügen. Das geht dann Schritt für Schritt so weiter, jeder Planungsschritt bringt dem Gründer neue Erkenntnisse und dem Plan einen Fortschritt hinsichtlich des Reifegrades.
Ein wesentlicher Teil des Unternehmerdaseins besteht aus Planen und Kontrollieren. Dieses sind unternehmerische Kernfunktionen. Möchte man dies nicht, sollte man sich nicht selbständig machen.
Der Umfang des Geschäftsplans kann zwar variieren und ist abhängig von der Größe und der Komplexität des Vorhabens. Aber die wesentlichen Punkte muss der Gründer einfach zu Papier bringen.
