2.1.3 Formulierungsregeln
Klarheit
Zu viele technische bzw. produktspezifische Details sollten zugunsten einer übersichtlichen Darstellung der Wettbewerbsvorteile, der wirtschaftlichen Chancen, der Marktsituation und der zukünftigen Unternehmensziele vermieden werden.
Verständlichkeit
Der Geschäftsplan richtet sich in der Regel an Entscheidungsträger mit einem kaufmännischen Erfahrungshintergrund. Er muss für Personen, die zum Beispiel keine technischen Experten sind, leicht verständlich sein.
Seriöse und ansprechende Präsentation
Der Geschäftsplan muss überzeugen – durch seinen Inhalt und die Aufbereitung. Dabei aber sachlich und realistisch bleiben, eine zu überschwängliche Darstellung wirkt wie ein Werbetext und zu unglaubwürdig.
Einheitliche Struktur
Der Geschäftsplan sollte wie aus einem Guss wirken. Wenn an seiner Erstellung mehrere Personen beteiligt sind, sollte eine Person die Endredaktion führen, die die Darstellungsart und -tiefe der einzelnen Teile angleicht.
Weiterentwicklung
Der Geschäftsplan muss im Verlauf der Zeit wachsen, d.h. entsprechend dem aktuellen Erkenntnisstand ist er fortlaufend zu präzisieren und zu aktualisieren. Die Erarbeitung des Geschäftsplanes ist als ein Prozess zu verstehen. Aber – und auch hierin liegt eine Gefahr – man darf diesen Prozess auch nicht bis „in alle Ewigkeit“ fortführen. Ein Zeitplan diszipliniert in diesem Fall. Irgendwann muss man sich selbst zwingen „loszulassen“, obwohl der Plan vielleicht noch immer nicht „perfekt“ ist.
Notwendigkeit der Mehrfachplanung
In manchen Fällen ist es notwendig mehrere
Planungsvarianten zu erarbeiten. Wie entwickelt sich mein Unternehmen, wenn ich die Planung unter
normalen Bedingungen umsetzen kann
(real-case)
Wie stellen sich die Ergebnisse dar, wenn alles wie
gewünscht läuft und wirklich alle Planungen aufgehen
(best-case)
Rechnet sich meine Idee auch, wenn eine wichtige oder mehrere
Annahmen nicht eintreffen (Kredit wird nicht zugesagt,
Fördermittel werden nicht bewilligt, großer Kunde
lässt sich doch nicht vertraglich binden, Gebietsschutz wird
nicht gewährt usw.) Kann ich dann mit einer weniger
aufwändigen Variante starten
(worst-case)
Diese Planungsvarianten können bei bestimmten Unternehmen
besseren Aufschluss über die innewohnenden Möglichkeiten
der Geschäftsidee und auch über die Eignung des
Gründers geben.
Auf den Punkt gebracht...
Die wichtigen Aufgaben, Chancen und Risiken sollten vollständig, aber knapp dargestellt werden, möglichst nicht mehr als 30 Seiten (ohne Anlagen) schreiben – sich also auf das Wesentliche konzentrieren. Wenn man jedoch auf weniger als 10 Seiten kommt, ist das Konzept möglicherweise zu oberflächlich und einzelne Punkte sollten nochmals überarbeitet werden.
Diskutieren und argumentieren
Testen Sie Ihren Geschäftsplan; legen Sie ihn
Bekannten oder Fachleuten vor und diskutieren Sie Ihr Konzept mit
diesen. In dieser meist lockeren Atmosphäre kann man
zukünftige "härtere" Gespräche simulieren
und Argumentationsweisen erlernen!
