Kurs: Basiswissen für Selbstständige

2.1.4.2 Zusammenhang der Pläne

Die Finanzpläne sind stark miteinander verflochten, dies möge die folgende Übersicht verdeutlichen. Gerade auch aus diesem Grund sollte man die Planung Computer gestützt vornehmen, nur dann ist nämlich gesichert, dass alle Änderungen auch durchgängig erfolgen

Beim Betrachten der Grafik erkennt man, dass die vier Finanzpläne – Kapitalbedarfsplan, Finanzierungsplan, Rentabilitätsplan und Liquiditätsplan –über ihre Bestandteile miteinander verbunden sind.

Der Inhalt des Kapitalbedarfsplanes (dazu noch ausführlicher im Punkt 2.2) ist durch den Investitionsplan, die Gründungskosten und den Kapitalbedarf der Anlaufphase festgelegt. Die Bestimmung des Kapitalbedarfs der Anlaufphase – also der Phase, in der noch kein bzw. noch nicht genügend viel Umsatz erzielt wird – basiert wiederum auf der Kostenplanung und auf der Kalkulation des „Unternehmerlohnes“.

Der Kapitalbedarfsplan ist die Grundlage für den Finanzierungsplan (dazu noch ausführlicher im Punkt 2.3), da der Kapitalbedarfsplan Auskunft darüber gibt, wie viel Kapital erforderlich ist, um die Leistungsbereitschaft des Unternehmens herzustellen, während im Finanzierungsplan festgelegt ist, woher das Kapital kommen soll. Also müssen Kapitalbedarf und Finanzierung identisch sein. Der Rentabilitätsplan hat als Bestandteile den Kostenplan (dazu noch ausführlicher im Punkt 2.4)  und den Umsatzplan (dazu noch ausführlicher im Punkt 2.5). In den Kostenplan gehen Informationen aus dem Investitionsplan (wie oben festgestellt, ist dieser wiederum Bestandteil des Kapitalbedarfsplanes) über die Kostenart „Abschreibungen“ ein. Aus dem Finanzierungsplan ergibt sich für den Kostenplan die Kostenart „Zinsen“, falls Fremdkapital erforderlich ist.

Der Umsatzplan basiert auf einer Planung der Umsatzmenge und auf der Kalkulation der Preise für die einzelnen Produkte bzw. Leistungen. Für die Preiskalkulation –insbesondere die Kostenpreiskalkulation – sind Kostenplanung und Planung des angestrebten Mindestgewinns (kalkulatorischer Unternehmerlohn) wichtige Grundlagen.

Der Liquiditätsplan (dazu noch ausführlicher im Punkt 2.6) spiegelt die Geldflüsse im Unternehmen wider; er stellt – anders ausgedrückt – eine andere Sicht auf die in den anderen Plänen erfassten Daten dar. Als Geldflüsse in das Unternehmen (Einzahlungen) finden wir hier neben den Umsätzen auch das Eigenkapital und die Kredite (Fremdkapital). Geldflüsse aus dem Unternehmen (Auszahlungen) sind z.B. Kosten und die Gewinnentnahme („Unternehmerlohn“) aber auch die Tilgung von Krediten. Eine Änderung in einem Plan löst eine Reihe von Änderungen im gesamten Zahlenwerk aus. Nehmen wir beispielsweise an, dass eine höhere Geschäftsraummiete als ursprünglich geplant anzusetzen ist. Dies ist natürlich im Kostenplan zu vermerken. Daraus folgen sofort Konsequenzen für den Umsatzplan. Es ist zu prüfen, ob auch unter Berücksichtigung der neuen Kostenhöhe noch kostendeckend gearbeitet wird oder ob höhere Preise oder größere Umsatzmengen erforderlich sind. Eine weitere Auswirkung ergibt sich für den Kapitalbedarfsplan. Als Bestandteil der Kosten der Anlaufphase wirkt sich die höhere Geschäftsraummiete erhöhend auf den Kapitalbedarf aus. Im Ergebnis dessen muss natürlich auch der Finanzierungsplan angepasst werden, falls nun ein höherer Kredit notwendig wird, fallen sofort höhere Zinsen – also höhere Kosten – an, was weitere Änderungen nach sich zieht….

Kurz gesagt: ohne Computerunterstützung ist die Planung nur sehr schwer zu bewältigen. Besser man nutzt professionelle Hilfe: Die Software hält das betriebswirtschaftliche Wissen, der Rechner übernimmt die Rechenarbeit und der Gründer kann sich auf die Entwicklung seiner Unternehmensdaten konzentrieren.