Kurs: Basiswissen für Selbstständige

2.3 Finanzierungsplan

Zielstellung des Abschnitts ist:

  1. mögliche Finanzierungsquellen zu erkennen,
  2. das Verständnis für die Notwendigkeit von Eigenkapital zu entwickeln,
  3. verschiedene Formen von Fremdkapital, insbesondere auch Fördermittel, und deren Nutzungsbedingungen zu bestimmen.

Nachdem wir nun geklärt haben, wie viel Kapital benötigt wird, wenden wir uns jetzt der Frage zu, woher dieses Geld kommen soll. Die Planung der Finanzierung gehört für den Unternehmensgründer zu den wichtigsten Erfordernissen. In diesem Planteil werden alle Finanzierungsquellen nach ihrer Herkunft zusammengefasst, mit denen der Kapitalbedarf zu decken ist.

Die Finanzierung muss identisch mit dem Kapitalbedarf sein.

Im Wesentlichen gibt es zwei Finanzierungsquellen:

  • Eigenkapital und

  • Fremdkapital.

Dabei kann man davon ausgehen, dass es möglich ist, allein mit Eigenkapital ein Unternehmen zu gründen, jedoch ohne Eigenkapital – also allein mit Fremdkapital – ist eine Finanzierung nicht möglich. Nun soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, dass notwendige Voraussetzung für eine Existenzgründung immer ein „dickes Konto“ ist. Denn einerseits gibt es eine ganze Reihe von Gründungen, wo nur ein relativ kleiner Kapitalbedarf besteht. Zum anderen verfügen Gründer auch oft schon privat über Wirtschaftsgüter (Werkzeuge, Nähmaschine, Computer, …), die sie in das Unternehmen einbringen können und auch das sind Eigenmittel.

Darüber hinaus muss man bei der Finanzierung auf die Einhaltung wichtiger Finanzierungsregeln achten. So ist eine „Fristenkongruente Finanzierung“ wichtig, d.h. die Laufzeiten der Kredite sollten sich stets an den Nutzungsdauern der zu finanzierenden Objekte orientieren. Kurz gesagt: für die Finanzierung von Anlagegütern (Wirtschaftsgüter, die langfristig die Grundlage der Unternehmenstätigkeit bilden) kommen nur Eigenmittel oder langfristige Kredite in Frage.

Werden nämlich (langfristige) Investitionen mit (kurzfristigen) Kontokorrentkrediten finanziert; entstehen oft Liquiditätsprobleme, außerdem sind diese Kredite meist auch erheblich teurer. Werden andererseits Kredite mit langen Laufzeiten zur Finanzierung von Investitionsgütern mit kürzeren Nutzungsdauern aufgenommen; gefährdet man hierdurch künftige finanzielle Spielräume für Ersatzinvestitionen.