2.5.1 Mengenplanung
Um Vorstellungen über mögliche Absatzmengen von Produkten und Leistungen zu entwickeln, sind grundsätzlich zwei Sachverhalte und ihre Zusammenhänge von Bedeutung: Wie viel Zeit wird im Unternehmen genutzt, um Umsatz zu machen. Anders ausgedrückt, wie viel Zeit wird über den Verkauf der Produkte bzw. Leistungen wirklich vom Kunden bezahlt. Wir nennen das die umsatzwirksame Zeit.
Erstellung und Verkauf von Produkten bzw. Durchführung von Leistungen „verbrauchen“ Zeit. Eine Beratungsstunde eines Rechtsanwaltes „verbraucht“ eine Stunde Zeit, das Verlegen eines Quadratmeters Fliesen „verbraucht“ eine bestimmte Zeit, ein Logo entwerfen „verbraucht“ durchschnittlich 6 – 8 Stunden Zeit. Zeit kann nur „einmal“ verbraucht werden. Ist ein Unternehmen konkret mit der Erstellung von Produkten bzw. Durchführung von Leistungen beschäftigt (der Gründer selbst und eventuelle Mitarbeiter), dann kann es in dieser Zeit keine anderen Dinge tun; diese Zeit ist „besetzt“. Setzt man die umsatzwirksame Zeit einer Unternehmung ins Verhältnis zum Zeitverbrauch der Produkte und Leistungen dieses Unternehmens, dann erhält man die Mengenkapazität, dasmengenmäßige Leistungsvermögender Unternehmung. Natürlich ist die umsatzwirksame Zeit nicht identisch mit der Arbeitszeit. Diese beträgt möglicher Weise täglich 12 – 15 Stunden oder mehr. „Verdient“ wird aber nur während durchschnittlich vielleicht 4 bis 5 Stunden am Tag.
Warum ist das so
Zum einen ist der Unternehmer häufig mit Dingen
beschäftigt, die unumgänglich sind, die aber keinen
Umsatz darstellen. Er kauft ein, schreibt Rechnungen, macht die
Buchhaltung – alles notwendige Arbeiten, die aber
„nicht bezahlt werden“. Zieht man diese Zeit von der
Arbeitszeit ab, erhält man die, wie wir sagen,
umsatzmögliche Zeit, die Maximalzeit,
in der „Geschäft“ gemacht werden kann.
Diese umsatzmögliche Zeit ist eine obere Schranke für
die umsatzwirksame Zeit
Zum anderen sind die Märkte eng, die Konkurrenz
groß, die Kunden wählerisch und zurückhaltend
– es wird nicht gelingen, die umsatzmögliche Zeit auch
zu 100% wirklich mit Umsatz zu füllen.
Es gilt also zu schätzen, zu wie viel Prozent die
umsatzmögliche Zeit „mit Geschäft“
ausgelastet sein wird; wie viel Prozent der umsatzmöglichen
Zeit die umsatzwirksame Zeit beträgt.
So werden vielleicht aus den 170 Stunden, die Sie im Monat
arbeiten, am Ende nur 80 Stunden monatlich, in denen Sie wirklich
„verdienen“.
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Leistungszeit eines Unternehmens |
|
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Tage im Jahr |
365 |
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Samstage und Sonntage |
104 |
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Feiertage |
9 |
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Urlaubstage |
14 |
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Krankheitstage |
10 |
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Arbeitstage im Jahr |
228 |
|
Arbeitstage im Monat |
19 |
|
Arbeitsstunden pro Tag |
9 |
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Arbeitsstunden pro Monat |
171 |
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Anzahl Mitarbeiter, die direkt Umsatz bringen, inkl. mitarbeitender Unternehmer |
1 |
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Gesamtzeit Unternehmung pro Monat |
171 |
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davon Zeit, in der Umsatz nicht möglich ist (%) |
20 |
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Umsatzmögliche Zeit pro Monat (Stunden) |
137 |
|
Auslastungsgrad der umsatzmöglichen Zeit (%) |
60 |
|
Umsatzwirksame Zeit pro Monat (Stunden) |
82 |
Wenn der Zeitbezug einer Leistung eine Stunde ist (die
Handwerkerstunde, die Grafikerstunde, die Beratungsstunde, die
Unterrichtsstunde usw.), ist mit der umsatzwirksamen Zeit auch die
Absatzmenge bestimmt. Ist der Zeitbezug ungleich einer Stunde, muss
noch eine Verrechnung stattfinden.
Die Herstellung eines Produktes möge 5 Stunden beanspruchen,
dann entsprechen der umsatzwirksamen Zeit von 80 Stunden 16 solcher
Produkte. Wird die Leistung wird in 30 Minuten erbracht, dann kann
mit einer monatlichen Umsatzmenge von 160 derartiger Leistungen
gerechnet werden. Die umsatzmögliche Zeit einer gastronomischen
Einrichtung, des Einzelhandels sowie bestimmter anderer
Dienstleistungen (z.B. Nagelstudio, Fitness-Studio, Sauna usw.) ist
identisch mit den Öffnungszeiten.
Die Schätzung des Auslastungsgrades der umsatzmöglichen Zeit ist zugegebener Maßen wohl eine der schwierigsten Aufgaben bei der Planung. So dass es oft ratsam ist, sich zu verdeutlichen wie viele Produkte oder Leistungen damit im Monat zu verkaufen wären. Gegebenenfalls kann man hier auch Brancheninformationen zu Rate ziehen. Eventuell wird es auch notwendig sein, sich erst einmal auf eine Prozentzahl festzulegen. Im weiteren Verlauf der Planung resultieren daraus z.B. Konsequenzen für die Höhe des kostendeckenden Preises. Wenn man dann einschätzen muss, dass dieser kostendeckende Preis nicht am Markt durchsetzbar sein wird, muss man auch diese Prozentzahl noch einmal kritisch prüfen.
