2.6 Liquiditätsplan

Zielstellung des Abschnitts ist es:
- den Unterschied zwischen Liquiditätsplan und
Rentabilitätsplan zu erkennen,
- den Liquiditätsplan als Controllinginstrument zu
begreifen,denn
für eine Reihe unternehmerischer Entscheidungen bildet der Liquiditätsplan eine unverzichtbare Basis.
In der Rentabilitätsplanung wurde ermittelt, ob mit den geplanten Umsätzen ein ausreichend hoher Gewinn erwirtschaftet wird. Ob das Unternehmen jedoch liquide ist, also über genügend flüssige Mittel verfügt, kann aus der Rentabilitätsvorschau nicht abgeleitet werden. Der Liquiditätsplan verschafft Überblick über die Geldflüsse, über die Zahlungsein- und Zahlungsausgänge.
Um die Zahlungsfähigkeit (Liquidität) des Unternehmens zu sichern, ist es notwendig, dauerhaft ein finanzielles Gleichgewicht herzustellen. Der Liquiditätsplan stellt hierzu detailliert die Einzahlungen und Auszahlungen gegenüber und zeigt bei kontinuierlicher Kontrolle der Planung frühzeitig finanzielle Engpässe auf. Ein Liquiditätsplan hat nicht nur als Teil der Finanzpläne des Geschäftsplanes eine große Bedeutung, vielmehr ist ein solcher Plan auch als Kontrollinstrument für das arbeitende Unternehmen von außerordentlicher Wichtigkeit. Der Unternehmer sollte im eigenen Interesse einen Liquiditätsplan mit einem Vorlauf von ca. einem halben Jahr führen. Die daraus ablesbaren Informationen liefert ihm die Buchhaltung nicht. Die Buchhaltung liefert Informationen über die Vergangenheit, welche Umsätze wurden im vergangenen Monat bzw. in allen zurückliegenden Monaten des laufenden Jahres erzielt, welche Kosten sind in diesem Zeitraum angefallen und welches Ergebnis (Gewinn/Verlust) wurde erzielt.
Mit dem Liquiditätsplan kann der Unternehmer „in die Zukunft schauen“ und rechtzeitig bei drohenden Schwierigkeiten handeln. Der Unternehmer wird damit in die Lage versetzt zum Wohle seines Unternehmens zu agieren und nicht nur auf „rote Zahlen“ auf dem Geschäftskonto zu reagieren.
Man kann säumige Kunden anmahnen, ihre Rechnungen zu bezahlen, eventuell nicht benötigte Anlagegüter verkaufen, um kurzfristig Einnahmen zu erzielen oder sich um zusätzliche Aufträge bemühen. Gegebenenfalls kann man mit Lieferanten über ein längeres Zahlungsziel sprechen, mit einem Kapitalgeber über die zeitweilige Aussetzung von Tilgungen oder auch mit dem Finanzamt über die Stundung von Steuern. Je früher man schwierige Situationen erkennt, umso besser ist im Allgemeinen die eigene Verhandlungsposition, um Gefahren vom Unternehmen abzuwenden. Deshalb ist es wichtig beim Liquiditätsplan die folgenden Grundsätze zu beachten: Bei der Liquiditätsplanung nur tatsächliche Einzahlungen berücksichtigen und pessimistisch bei der Schätzung Ihrer Einnahmen und Ausgaben sein (Vorsichtsprinzip).
Ist der Betrag der Liquidität positiv
(„Überdeckung“), dann ist man imstande den
Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Jedoch sollte man sich von kurzfristigen Überdeckungen nicht
zu „unüberlegten“ Anschaffungen oder höheren
Privatentnahmen verleiten lassen.
Bei einer negativen Liquidität
(„Illiquidität“ oder „Unterdeckung“)
müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Handelt es sich nur um eine vorübergehende Illiquidität
z.B. durch Zahlungsverzögerungen bei Kunden, dann lässt
sich diese durch kurzfristiges Fremdkapital (z.B. von der Hausbank)
überbrücken. Eine dauerhafte Unterdeckung zwingt jedoch
zur Überprüfung der Ursachen, soll ein Konkurs abgewendet
werden.
Ein Liquiditätsplan kann folgendermaßen aufgebaut sein. Zeitpunkt und Höhe aller anfallenden Ein- und Ausgaben für das erste Jahr monatlich erfassen, für Folgejahre eventuell Quartalsweise.
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Einzahlungen |
1. Monat |
2. Monat |
3. Monat |
… |
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Umsatzerlöse |
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vereinnahmte Umsatzsteuer |
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erstattete Umsatzsteuer |
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Zulagen |
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Zuschüsse |
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Bareinlage |
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Kredite |
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Summe Einzahlungen |
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Auszahlungen |
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Variabler Aufwand |
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Personalaufwand |
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sonstiger betrieblicher Aufwand |
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verausgabte Umsatzsteuer (Vorsteuer) |
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abgeführte Umsatzsteuer (Zahllast) |
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Zinsen |
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Tilgung |
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Investition |
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Gründungskosten |
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Gewerbesteuer |
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Einkommensteuer |
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Summe Auszahlungen |
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Überschuss/Fehlbetrag |
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Kontokorrent |
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Privater Lebensunterhalt |
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Liquidität Monat |
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Liquidität kumuliert |
