3.1.1 Neugründung
Es wird ein neues Unternehmen gegründet, das bisher noch nicht bestanden hat. Man startet sozusagen von Null. Ein Name muss gefunden, ein Standort bestimmt, das Unternehmen eingerichtet werden. Die notwendigen Anmeldungen müssen vorgenommen werden. Das Unternehmen muss seinen Markt erst noch erobern, sich einen Kundenstamm schaffen, mit Lieferanten stabile Beziehungen aufbauen, sich einen Namen machen, bekannt werden.
Das dauert gewöhnlich ein bis zwei Jahre. Auf eine solche Anlaufphase müssen Existenzgründer eingestellt sein, wenn das Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein soll. Eine Neugründung birgt also höhere Risiken als andere Gründungsarten. Vor allem ein Problem steht und muss gelöst werden: es müssen Kunden gewonnen werden, wie gewinnt man sie. Einen Vorteil hat eine Betriebsneugründung allerdings: man wird nicht durch „eingefahrene Gleise“ behindert, man kann den Betrieb nach den eigenen Vorstellungen völlig neu aufbauen.
Besondere Formen der Neugründung, die deren Risiken in gewisser Weise mildern können, sind Outsourcing und Spin-off-Gründungen:
- Beim Outsourcing werden bestimmte Teile von bestehenden Unternehmungen sozusagen in die Selbständigkeit „entlassen“. Aus der Marketing-Abteilung kann z. B. eine selbständige Werbeagentur werden, aus der Personalabteilung eine selbständige Personalberatung. Der Vorteil beim Outsourcing besteht darin, dass die Gründer einerseits meist ohne größere „Bevormundung“ seitens des Ursprungsunternehmens ihre unabhängigen Konzepte umsetzen können, dass sie andererseits einen ersten sicheren, wenn häufig auch zeitlich begrenzten, Auftraggeber haben. Das ist meist eine nicht zu unterschätzende Starthilfe.
- Die Spin-off Gründung ist eine Variante des Outsourcing. Diese Gründungsform finden wir zumeist bei Gründungen zur wirtschaftlichen Verwertung wissenschaftlicher Leistungen im universitären Umfeld. Charakteristisch ist hier allerdings eine weitaus engere Bindung zwischen dem Mutterunternehmen (Inkubator) und dem neu gegründeten Unternehmen. Gewöhnlich hält das Inkubator-Unternehmen dabei Anteile an der Neugründung. Der Inkubator stellt in der Regel fachliches Know-how, Beziehungsnetzwerke, unternehmerische Erfahrung, Betriebsräume, Kontakte zu Kunden und Lieferanten zur Verfügung.
