Kurs: Basiswissen für Selbstständige

3.1.4 Franchise

Eine besondere Art der Gründung, die sowohl eine Neugründung als auch eine Übernahme oder eine tätige Beteiligung sein kann, ist Franchise.Das Wesen von Franchise besteht darin, dass die Gründer in ein bestehendes unternehmerisches Konzept einsteigen, im Rahmen dieses Systems in bestimmter Art und Weise gebunden, ansonsten aber Selbständige mit eigener Unternehmung sind.

In Deutschland bekannte Franchise- Unternehmen sind z.B. OBI, Blume 2000, …

Bei Franchise liefert im Idealfall ein Unternehmen – der Franchise-Geber – Name, Marke, Waren und/oder Dienstleistungen, technisch-technologisches und betriebswirtschaftliches Know-how und Marketing. Er liefert wichtige Voraussetzungen wie Markttests oder Kalkulationshilfen und bietet laufend geschäftliche, betriebswirtschaftliche Unterstützung, Beratung, Werbung und fachliche Schulungen. Gegen eine Einstiegsgebühr (quasi für das Franchise-Handbuch, in dem das gesamte System ausführlich und umfassend beschrieben sein sollte) und eine laufende Gebühr (monatlich bzw. jährlich, meist umsatzabhängig) erhält der Franchise-Nehmer das Recht, das gesamte Paket für sein Unternehmen zu nutzen und die laufende Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Der Franchise-Geber sollte dafür u.a. garantieren, dass kein anderer Franchise-Nehmer seines Systems im entsprechenden Gebiet einen Betrieb eröffnet (Gebietsschutz). Für die laufende Franchise-Gebühr sollte der Franchise-Nehmer einen entsprechenden „handfesten“ Nutzen erhalten, nicht nur „platte“ Ratschläge, sondern z.B. regionale und überregionale Werbung, Kostenbeteiligungen am Marketing, „kostenlose“ Schulungen und Serviceleistungen bei Einkauf, Buchhaltung, Controlling usw.

Der Vorteil von Franchise besteht wesentlich darin, dass durch

  • ein bereits mehr oder weniger erfolgreich erprobtes Konzept,
  • die Bekanntheit des Systems,
  • die Hilfe durch den System-Geber,
  • die positiven Effekte einer größeren Franchise-Gemeinschaft (Einkauf, Werbung, Recht) usw.

die Gefahr des Scheiterns des Franchise-Nehmers geringer als bei „Einzelkämpfern“ ist.

Andererseits wird der unternehmerische Entscheidungsspielraum des Franchise-Nehmers durch den Franchise-Vertrag zum Teil erheblich eingeschränkt. Ein Franchise-System legt gewöhnlich die unternehmerische „Marschroute“ sehr genau fest. Der Franchise-Nehmer muss darauf achten, dass er nicht in einen „Knebelvertrag“ einsteigt, der ihm letztlich die „Luft abdreht“.

Häufig wird durch die Unerfahrenheit am Beginn der Tätigkeit, oder durch die begrüßenswerte Euphorie des Neustarts das „Kleingedruckte“ in Verträgen übersehen. Das führt leicht zu Knebelverträgen.

(Adressen/Links – Zu Franchise)

(Formulare Checkliste Franchise)