Kurs: Basiswissen für Selbstständige

3.5.1.10 Besteuerung der Kleinunternehmer § 19 UStG

Unternehmen, deren gesamter Umsatz, bezogen auf vereinnahmte Entgelte, im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 € nicht überstiegen hatte und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird, können sich auf Antrag vom Finanzamt von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Diese Kleinunternehmen stellen Ihren Kunden Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus, das Entgelt, der Netto-Betrag ist gleich dem Brutto-Betrag. Kleine Unternehmen haben damit entweder einen 16%-igen Preisvorteil gegenüber Konkurrenzangeboten (Weitergabe des Preisvorteils an die Kunden) oder eine 16%-ige höhere Gewinnmarge auf das Produkt (die Umsatzsteuer ist im Netto-Betrag „versteckt“, taucht als solche nicht auf). Stellt der Unternehmer keine Umsatzsteuer in Rechnung, muss er auch keine Voranmeldungen abgeben. Er ist aber auch nicht „vorsteuerabzugsberechtigt“, er bekommt auch keine Vorsteuer zurückerstattet. Die Vorsteuer, die er an Lieferanten zahlt, gehört mit zu den abzugsfähigen Betriebsausgaben.

Verzichtet der Unternehmer auf die Umsatzsteuerbefreiung, so ist der daran mindestens fünf Kalenderjahre gebunden. Sie kann nur mit Wirkung von Beginn eines Kalenderjahres an widerrufen werden.