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Grundsätzlich läßt sich die Kommunikation per Brief (stellvertretend auch für andere Postsendungen) auf eine ganz ähnliche Struktur abbilden wie die Telefonie. An die Stelle des Telefons tritt hier der in Form, Beschriftung und Frankierung grob vorgegebene Brief selbst, die Schnittstelle zum Übermittlungssystem stellt auf Absenderseite ein Briefkasten oder ein Postamt, auf Empfängerseite der Hausbriefkasten oder ebenfalls ein Postamt (z.B. mit Postfach) dar. Zwischen den beiden Schnittstellen befindet sich wiederum ein “Netz”, beispielsweise die Infrastruktur der Deutschen Post AG oder eines anderen Kurierdienstes. Genau wie bei der Telefonie sorgt diese Infrastruktur für die Realisierung der Kommunikation, d.h.
Die vereinfachte Struktur der Briefbeförderung ist in Abbildung 4 dargestellt. Für die folgenden Betrachtungen wollen wir vernachlässigen, daß die Briefpost potentiell unterschiedliche Schnittstellen für Absenden und Empfang von Briefen anbieten kann (und von Kurierdiensten, die Briefe abholen und anliefern, ganz abgesehen). Auch hier sind die Interna dieser Infrastruktur für den Nutzer des Postdienstes weitgehend unbedeutend. Lediglich die letzte Leerung eines Briefkastens für die minimale Postlaufzeit (z.B. Auslieferung am nächsten Werktag) ist im allgemeinen von Interesse. Wie die Briefkästen geleert werden, über welche Zwischenstationen die Post befördert wird, wo die Sammel- und Verteilzentralen liegen, (in Grenzen) welche Transportwege und Verkehrsmittel zur Beförderung genutzt werden usw., ist unerheblich. Auch läßt sich prinzipiell ein Post- bzw. Kurierdienstleister durch einen anderen ersetzen. Da es beim Postdienst weitaus weniger technische Parameter zu betrachten gibt als beim Telefonnetz, wollen wir es hiermit bei den allgemeinen Ausführungen belassen und uns statt dessen einem Vergleich zwischen Telefonie und Postdienst auf abstrakter Ebene zuwenden. Für diesen Vergleich wollen wir die weitaus größere zeitliche Verzögerung bei der Übermittlung einer Briefnachricht vernachlässigen und annehmen, daß sich ein interaktives Gespräch auch durch den schnellen wechselseitigen Austausch von Briefen führen läßt, statt abwechselnd in ein Telefon zu sprechen. Dann lassen sich die folgenden grundlegenden konzeptuellen Unterscheidungen zwischen der Telefonie und der Briefpost feststellen:
Es lassen sich sicherlich noch weitere Unterschiede auf dieser abstrakten Ebene finden, die wesentlichen, für die Betrachtung der Kommunikationstechnik relevanten sind damit jedoch genannt. Neben den Unterschieden fallen jedoch auch eine Reihe von Gemeinsamkeiten auf, insbesondere bezüglich der zu treffenden globalen Festlegungen, um internationalen Briefverkehr zu ermöglichen. Hierzu zählen bei der Briefpost unter anderem,
In der Telefonie und auch bei der Briefpost sind also ganz ähnliche Strukturen des Kommunikations“systems” vorzufinden: in beiden Fällen gibt es eine Infrastruktur zur Informationsbeförderung (ein Netz). Eine Zugangsschnittstelle gestattet die Abstraktion von den Interna dieses Netzes und bietet den Nutzern eine Menge von Leistungsmerkmalen an. Diese Gemeinsamkeiten wie auch die Unterschiede lassen sich, wie wir in den Lerneinheiten 2 und 3 sehen werden, in der Kommunikationstechnik wiederfinden. Insbesondere finden wir später auch Netztechnologien, die von ihrer Architektur her eher dem Telefonnetz ähneln, und solche, die eher mit den Konzepten der Briefpost vergleichbar sind (mehr dazu dann in den Lerneinheiten 3, 5 und 6). |
