Kurs: Marketing für mittelständische Unternehmen

6.5.2 Differenziertes Marketing

Beim differenzierten Marketing setzt das Unternehmen bei den unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Segmente an und entwickelt entsprechend unterschiedliche Angebote. Im Beispiel des Shampoomarktes wäre das etwa das Unternehmen LĀ“Oreal, das Shampoos und weitere Produkte wie Spülungen oder Kuren für viele unterschiedliche Zielgruppen anbietet. In der Regel ist der Umsatz eines Unternehmens bei einer differenzierten Marktbearbeitung höher als bei der undifferenzierten Strategie. Denn die Potenziale der einzelnen Teilmärkte werden besser ausgeschöpft und die Kunden sind normalerweise bereit, für Spezialprodukte mehr Geld auszugeben. Allerdings sind auch die Kosten höher. Und zwar genau in den Kostenarten, bei denen das undifferenzierte Marketing zu Kostenvorteilen führen kann. Allein die Marketingkosten steigen schon deutlich durch die notwendige Entwicklung der verschiedenen Spezialangebote, den höheren organisatorischen Aufwand und die erhöhten Kosten für die Vermarktung der verschiedenen Produkte. Ob das differenzierte Marketing daher zu einer erhöhten Profitabilität gegenüber dem differenzierten Marketing führt, kann nicht mit Sicherheit prognostiziert werden, sondern muss in jedem Einzelfall individuell geprüft werden.

Differenziertes Marketing bedeutet im Übrigen nicht, dass für jedes Segment eines Grundmarktes ein eigenes Angebot entwickelt wird. Sondern das Unternehmen sucht diejenigen Segmente heraus, die für die Bearbeitung lohnend erscheinen. Nicht attraktive Segmente, die beispielsweise zu klein erscheinen oder in denen ein hoher Wettbewerbsdruck herrscht, werden dagegen außer Acht gelassen.