In dieser ersten Phase betriebswirtschaftlichen Umgangs mit dem arbeitenden Menschen wurde Arbeit ausschließlich als Produktionsfaktor angesehen. Der Mensch ist dabei selbst sowohl Arbeitsmaschine, daher mechanistische Betrachtungsweise, als auch Gehilfe der Maschine. Die im Taylorismus repräsentierten Anfänge der systematischen Behandlung organisatorischer Fragen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Extreme Spezialisierung in der betrieblichen Arbeitsteilung, sowohl "vertikal" durch eine strikte Trennung von Kopf- und Handarbeit, wie auch " horizontal" durch immer stärkere Arbeitsinhaltsgliederung, die schließlich im Fließband mündete und von Henry Ford bei der Autoproduktion (Fordismus) systematisch weiterentwickelt wurde.
Durchführung von Arbeitsablauf- und Arbeitszeitstudien, um den kürzesten und physiologisch günstigsten Bewegungsablauf zu ermitteln (the one best way to do the job).
Systematische Personalauswahl
Systematische Arbeitsunterweisung und Optimierung der Werkzeuge auf wissenschaftlicher Grundlage (Ergonomie)
Gestaltung des Arbeitsplatzes im Sinne ergonomischer Vorstellungen hinsichtlich Licht, Raumklima, Farbe, Anordnung der Maschinen.
Berücksichtigung von Ausdauer und Ermüdung der arbeitenden Menschen durch Bestimmung "optimaler" Pausen.
Anreizgebendes Leistungslohnsystem, Chance des Mehrverdiensts durch Steigerung der produzierten Stückzahlen (Akkord-/Pensumlohnsystem).
Taylor war der erste, der mit seinen betriebswirtschaftlichen Ideen und personalwirtschaftlichen Grundsätzen die bis dahin üblichen erfahrungs- und gefühlsregulierten Methoden in der Fertigungswirtschaft ersetzen sollte. Für die Entstehungszeit des Konzepts von Taylor bedeuteten die von ihm entwickelten Gedanken und Instrumente eine Revolution der Unternehmensführung.
Aus heutiger Sicht gelten die tayloristischen Prinzipien als veraltet und ineffektiv. Vor allem seine Annahme, der Mensch als Produktionsfaktor arbeite "leider" nicht so gut, präzise und anspruchslos wie Maschinen und sei deswegen betrieblicher "Störfaktor", den es durch autoritäre, strikte Arbeitsanweisungen am Mitdenken zu hindern gilt, ist heute, am Ende des Zeitalters der uniformen industriellen Massenproduktion falsch.

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Letzte Aktualisierung: 29.07.2010 13:01:15
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