Sie wollen das Konzept für den neuen Online-Shop vorstellen. Dabei gilt es, die Geschäftsleitung auch von den höheren Kosten zu überzeugen, die durch die Datenbankprogrammierung entstehen werden.
Wie werden Sie einsteigen, was ist der Mittelteil und wie gestalten Sie den Schluss? Welche Dramaturgie nutzen Sie? Soll sich Spannung wie in einem Thriller langsam aufbauen? Oder scheint es Ihnen sinnvoller, direkt zur Sache zu kommen und Argumente wie in einer Dokumentation stringent darzulegen?
Je mehr Sie Ihr eigenes Drehbuch auf die Bedürfnisse der Personen zuschneiden, die Sie ansprechen und erreichen wollen, desto eher wird Ihre Präsentation von Erfolg gekrönt werden. Was erwarten die Zuhörer von Ihrer Präsentation? An welcher Stellen werden Sie überraschen? Wie vermeiden Sie, eine „böse Überraschung“?
Geht es darum, Menschen ein neues Thema oder Produkt nahe zu bringen, sind ungewöhnliche Wege oft Erfolg versprechend. Vor allem bei publikumswirksamen Präsentationen, beispielsweise auf Messen oder anlässlich von Events. Besonders herausfordernd gestaltet sich Ihre Aufgabe, wenn Sie Menschen gewinnen wollen, die bis dahin gar kein Interesse an dem hatten, was Sie vorstellen sollen.
Gabi hat die Aufgabe bekommen, davon zu überzeugen, auf einer Karrieremesse eine Veranstaltung zum Thema „Berufe mit Zukunft“ zu planen und zu moderieren. Ihre Idee, die sie nun vor den Chefs und Geldgebern verkaufen muss: Eine Ausstellung mit Menschen, die verschiedene neue Berufe repräsentieren. Die Menschen sollen verkleidet und mit Zetteln „beschriftet“ werden. Besucher können Fragen stellen: Was verdienst Du? Wie werde ich...?
Ihre Präsentation könnte Gabi nun auf verschiedene Arten aufbauen.
Eine Idee ist, einen Menschen vorzustellen, der einen Beruf mit Zukunft repräsentieren soll und so in den Vortrag einzusteigen - ohne, dass das Publikum weiß, um was es eigentlich geht. Im weiteren Verlauf könnte Gabi im Dialog mit einem „Berufemensch“ ihren Plan vorstellen.
Genauso gut könnte Gabi Pappfiguren mitbringen, die die Berufemenschen erst mal nur symbolisieren. Der Einstieg in die Präsentation könnte dann etwa so lauten: „Stellen Sie sich vor, das alles wären leibhaftige Menschen.“
Gabi könnte auch ganz klassisch beginnen - mit einem Einleitungstext, den sie beispielsweise von einer Powerpoint-Präsentation begleiten lässt. „Berufe mit Zukunft - darunter können wir uns oft kaum etwas vorstellen. Beschreibungen sind abstrakt und losgelöst von Ihrem Kontext. Deshalb habe ich mir überlegt, nicht etwa eine trockene Podiumsdiskussion abzuhalten, sondern Menschen in das Event einzubeziehen. Diese Menschen repräsentieren ausgesuchte Zukunftsberufe und sollen verkleidet werden. So, dass sich jeder etwas darunter vorstellen kann. Der Facility Manager etwa ist als Gebäude verkleidet....“ Und so weiter...
Schreiben Sie zunächst die Idee für Ihr Drehbuch nieder. Ein Drehbuch ist immer konkret, beschreibt jeden Schritt und jeden Handgriff! Sie können das Drehbuch so aufbauen, dass Sie links die Handlung beschreiben und rechts die Regieanweisungen anführen. Diese Regieanweisungen legen fest, was Sie tun, wenn beispielsweise die Vorstellungsrunde beendet ist oder Folie 5 auf dem Overheadprojektor liegt.
Beantworten Sie sich vor dem Schreiben des Drehbuchs folgende Fragen:
Wie viel Zeit habe ich, mein Thema zu verkaufen?
Was sind meine Kernaussagen?
Welche inhaltlichen Abschnitte lassen sich unterscheiden?
Wie kann ich mein Thema zielgruppengerecht umsetzen?
Auf welche Weise kann ich Spannung in den Vortrag bringen?
Lassen sich Überraschungsmomente einbauen?
Wie kann ich das Thema umsetzen, indem ich verschiedene Sinne anspreche?
Welche Hilfsmittel habe ich zur Verfügung?
Welche Hilfsmittel kann ich vor dem Vortrag selbst anfertigen oder bestellen?
Manche Referenten formulieren Ihre Scripte - „Drehbücher“ - vollständig aus. Die Gefahr dabei: Diese Vorgehensweise lässt wenig Raum für Improvisation. Die Präsentation könnte leicht zu perfekt geraten. Eine der Grundregeln erfolgreichen Präsentierens lautet aber
Perfektion killt Präsentation.
Auswendig-Gelerntes wirkt gekünstelt, der Redner steif und langweilig. Fast immer kommt es besser an, wenn Sie einige kleine - beispielsweise grammatikalische - Fehler machen, als wenn Sie druckreif sprechen.
Bei der Präsentation sollten Sie das Drehbuch nicht in der Hand halten, sondern - möglichst unauffällig - in greifbarer Nähe haben. So haben Sie einen Ort, an den Sie immer zurückkehren und die nächsten Schritte nachlesen können, wenn Sie einmal den Faden verloren haben sollten. Schreiben Sie groß und deutlich, so dass Sie sich nicht herunterbeugen müssen. Für viele Präsentatoren ist es hilfreich, mit Symbolen zu arbeiten. Sie schreiben dann beispielsweise nicht das Wort „Folie“ hin, sondern bilden diese als Grafik oder Schemazeichnung ab.
Das Ganze kann dann etwa so aussehen:
| Regieanweisung | Text |
|---|---|
| Diaprojektor einschalten | Ankündigung des Themas: Umgang mit Folien |
| Folie Nr. 1 auflegen, dann vor das Publikum treten, auf die Beispielfolie zeigen | Eine typische Textfolie und was sie ausmacht: maximal 7 Zeilen pro Folie, Schriftgröße optimal 24 pt |
Sie können alternativ auch mit Karteikarten arbeiten, die manche Vortragende sogar vor sich halten. Diese Karteikarten beschriften Sie z.B. mit E wie Einleitung, M wie Mittelteil und S wie Schluss. Notieren Sie Stichworte auf die entsprechenden Kärtchen: Was wollen Sie inhaltlich sagen? Was möchten Sie tun (z.B. Zuhörer im Publikum ansprechen)?

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Letzte Aktualisierung: 29.07.2010 12:59:31
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