Kurs: Unternehmensführung

1.4.3 Phasenmodell der Strategieentwicklung

Eine sinnvolle Strategieentwicklung bezieht alle Bereiche des Unternehmens mit ein. Die Entwicklung einer Unternehmensstrategie erfolgt deshalb nach einem Phasenmodell , das bei der Analyse beginnt und bei der Durchführung endet.

Beispielhaft kann ein solches Phasenmodell an folgender Struktur aufgezeigt werden, welche als Grundlage für die Strategieentwicklung in einem mittleren Unternehmen benutzt wurde:

1. Leistungsprofil : Absolute Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens

Ausgehend von der Geschichte sowie der aktuellen Positionierung und Kultur des eigenen Unternehmens werden die absoluten Stärken und Schwächen herausgearbeitet.

  • Unternehmensstrukturen

  • Humanpotenzial

  • Wandlungsfähigkeit

2. Wettbewerbsanalyse : Kriterien für den bestgerüsteten Anbieter

Best Practice: Die stärksten Wettbewerber werden analysiert:

  • Unternehmensstrukturen

  • Humanpotenzial

  • Wandlungsfähigkeit

3. Positionierung : Relative Stärken und Schwächen des Unternehmens

Im Vergleich mit den besten Anbietern wird untersucht, in welchen Bereichen das Unternehmen relativ am besten aufgestellt ist. Letztendlich kann es aussichtsreicher sein, sich z.B. auf die absolut zweitbeste Stärke zu konzentrieren, wenn dort die Konkurrenten eher schwach sind, als sich mit seiner absolut besten Kompetenz auf einem Feld zu bewegen, auf dem viele sehr starke Konkurrenten sind.

4. Hypothesen: Welche Trends zeichnen sich ab

  • Wirtschaftsordnung

  • Gesamtwirtschaft

  • Bevölkerung

  • Einstellungen

  • Recht

  • Technologie

  • Interdependenz der Märkte

  • Wettbewerbsstrukturen

  • Neue Produkte

5. Wirkungen: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus

Konsequenzen für

  • Führungskräfte

  • Mitarbeiter

  • Kunden

  • Produkte

  • Sparten

  • Regionen

  • Vertriebskanäle

6. Subjektive Ziele

Die Strategieentwicklung wird maßgeblich durch die Ziele, aber auch Restriktionen, der Eigentümer bestimmt. Schließt z.B. der Eigentümer unternehmerische Zusammenschlüsse mit möglichen Partnern aus, brauchen solche Strategien nicht weiter verfolgt werden.

7. Potenzielle Marktfelder und Märkte

Im Abgleich der relativen Stärken und Schwächen mit den bewerteten Trends können Marktfelder mit Potenzial definiert werden. Ein Marktfeld, z. B. eBusiness, definiert ein breites Spektrum von zusammengehörenden Teilmärkten. Innerhalb der potenziellen Marktfelder werden im gleichen Verfahren Märkte mit Potenzial abgeleitet. Dies könnte z.B. der Buchmarkt über das Internet sein.

8. Zielgruppen

Die Zielgruppen werden genau definiert. Weiterhin ist zu analysieren, wer die wirklichen Entscheider und damit Ansprechpartner sind.

9. Soll-Ist-Analyse

Folgende Fragen sind zu klären:

  • Was wollen wir in den definierten Märkten erreichen

  • Was müssen wir bieten bzw. verbessern

  • Voraussetzungen, Leistungen, Eigenschaften, Struktur....

  • Welche Kern-Kompetenzen müssen wir im eigenen Haus haben

  • Welche Allianzen müssen wir aufbauen

  • Was müssen wir in den Strukturen und Prozessen verändern

  • Was können wir damit leisten

  • Was davon können wir uns leisten

  • Wie müssen wir uns nach außen darstellen

10. Ausarbeitung der Konzepte: Wie geht man in den einzelnen Funktionsbereichen vor

  • Konzept der Öffentlichkeitsarbeit

  • Marketingpolitik

  • Personalpolitik

  • Personalentwicklungskonzept

  • Führungskräftequalifizierung

  • Konzept des Informationsmanagement

  • Konzept des Risikomanagement

11. Umsetzung der Konzepte

  • Einrichtung strategischer Geschäftseinheiten

  • Entwicklung eines Controllingsystems

  • Führungskräfteauswahl und -entwicklung

  • Personal- und Organisationsentwicklung

  • Planung der Durchführung

  • Information der Mitarbeiter: Infomarkt, Workshops, Broschüren etc.

  • Unterstützung durch Geschäftsleitung, Personalbereich etc.

  • Soll-Ist-Vergleich

  • Umgang mit Abweichungen vom Konzept