Kombination von XML-Vokabularen mit Cascading Style Sheets
3.5.2 Kombination von XML-Vokabularen mit Cascading Style Sheets

Die ersten Versionen des SMIL- und des SVG-Standards sind monolithische Spezifikationen (wobei SMIL 1.0 immerhin kurz und sehr konzis beschrieben wurde). Sie definieren Typen von Dokumenten, die eigenständig neben HTML stehen. So, wie ein HTML-Dokument Vorgaben dafür macht, wie eine Webseite im Browser aussehen soll, gibt ein SMIL-Dokument vor, wie eine Multimediapräsentation abläuft. Damit vergleichbar beschreibt ein alleinstehendes SVG-Dokument eine Vektorgrafik. Zwangsläufig kommt es so zu vielen Überlappungen. SMIL- wie SVG-Dokumente können z. B. Text enthalten. Um solche gemeinsamen Komponenten nicht immer wieder neu zu definieren, beziehen sich die Standards auf die Empfehlungen des W3C zu Cascading Style Sheets (CSS), mit deren Regeln sich angeben lässt, wie Texte, Linien und andere Komponenten von Dokumenten für eine sinnlich wahrnehmbare Oberfläche dargestellt werden sollen. Bei der Entwicklung von SMIL, SVG und MathML spielte die Konformität mit den W3C-Empfehlungen zu Cascading Style Sheets eine wichtige Rolle. Die CSS-Syntax ist ein Bestandteil der Sprachen; bei alternativen Ausdrucksformen (also der Verwendung der üblichen XML-Syntax zum Ausdruck von Präsentationsinformationen) wurde auf eine weitgehende Äquivalenz zu CSS geachtet. Daher werden wir in dieser Qualifikationseinheit immer wieder auf Cascading Style Sheets zurückkommen. Die CSS-Syntax selbst ist nicht XML-konform; CSS wurden aber bereits früh mit Blick auf XML entwickelt. Die Spezifikation für CSS 1 bezog sich noch primär auf die Darstellung von HTML-Dokumenten; CSS 2 und CSS 3 haben einen universalen Anspruch und beschreiben die Darstellung von XML- (und anderen) strukturierten Dokumenten.