Kurs: Konzepte in eCommerce-Anwendungen

13.1.1.2 Welche Funktionen des Handels gibt es

Funktion Unterfunktion

Güterbereitstellung

  • Sicherstellung der Qualität der Ware: durch Güterkonzeption, -erhaltung, -kennzeichnung, Qualitätssicherung
  • Zusammenstellung eines kundengerechten Sortiments (qualitative Transformation)
  • Güterfolgeleistungen: Einweisung, Installation, Pflege, Ersatzteillieferung, Reparatur

Gewinnung von Absatz- und Beschaffungspartnern

  • Ausgleich zwischen den Interessen von Herstellern und Konsumenten: z. B. durch neutrale Aufklärung über Warenqualität und -auswahl
  • Information und Beratungsakquisition: Anbieten weiterer passender Waren

Güterumschlag

  • Transport (räumliche Transformation)
  • Lager (zeitliche Transformation)
  • Aufteilung größerer Lieferungen in kleinere Gebinde zum Verkauf (quantitative Transformation)

Entgelt

  • Preisbildung
  • Kredit (Zahlweise)

Tabelle 13.1: Funktionen des Handels
Quelle: siehe http://www.bmwi.de/Navigation/Unternehmer/e-business,did=7656.html, Abruf: 04.11.2003

Eine andere Aufteilung der Handelsfunktionen nimmt Kotler vor.

Marktphase Funktion Beschreibung

Informationsphase

Informationsgewinnung

Intermediäre sammeln Informationen über den Markt und die Marktteilnehmer und geben diese weiter

Absatzförderung

Intermediäre werben für ein bestimmtes Angebot und wecken damit Kundeninteresse

Kontaktaufnahme

Intermediäre suchen Käufer und nehmen Kontakt zu diesen auf

Vereinbarungsphase

Matching

Intermediäre passen das Angebot an die Nachfrage an und umgekehrt z.B. durch Sortimentsbildung und Mengenanpassung (quantitative und qualitative Transformation)

Verhandlungen

Intermediäre führen eine endgültige Einigung über den Preis und andere Konditionen herbei.

Abwicklungsphase

Physische Distribution

Intermediäre überbrücken Zeit und Raum, indem sie materielle Produkte lagern und vom Produzenten zum Konsumenten bewegen

Finanzierung, Zahlungsverkehr

Intermediäre übernehmen eine Kreditfunktion und organisieren den Zahlungsfluss

Risikoübernahme

Intermediäre übernehmen Risiken, die mit der Wahrnehmung von Mittleraufgaben verbunden sind

Tabelle 13.2: Handelsfunktionen nach Kotler
Quelle: vgl. Kotler et al., 1996; siehe auch unter http://www.corps-saxonia.de/seminararbeiten/bwl/Intermediaere_B2C.pdf, Abruf: 17.05.2002

Auch wenn der Handel als Endstück der Wertschöpfungskette definiert wird, übernimmt er vier wichtige Funktionen, die sich ebenfalls in Tabelle 13.1 und 13.2 wieder finden lassen: die räumliche, zeitliche, qualitative und quantitative Transformation (siehe Lerneinheit 2).

Diese dem Handel klassisch zugewiesenen Aufgaben können nur teilweise auch im E-Commerce wahrgenommen werden.

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