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Ozeanische Affekte als Buch

Ozeanische Affekte
© 2013
Verfügbar
ISBN 978-3-942151-83-2
19.95 €
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Ozeanische Affekte

Die literarische Modellierung Samoas im kolonialen Diskurs
Buch  (296 Seiten Online lesen)

Inhalt

  • Vorwort
  • Der ‚Affektionswert‘ Samoas
  • Die präkoloniale Formierung des Samoa-Diskurses
  • Die Erotisierung Samoas
  • Die koloniale Biopolitik
  • Kolonialrevisionismus
  • Eine postkoloniale Gegenwartsliteratur?
  • Ozeanische Affekte und ihre koloniale Kontrolle
  • Verzeichnisse
  • Summary

Samoa firmiert prominent im globalen kulturellen Gedächtnis. Hier hat Robert Louis Stevenson die letzten Jahre seines Lebens verbracht. Margaret Mead hat an diesem Ort sexualanthropologische Studien durchgeführt. Samoa war aber auch von 1900 bis 1914 deutsche Kolonie. Als sich das Kaiserreich des Archipels bemächtigte, rechtfertigte Außenminister Bernhard von Bülow die Staatsaktion mit dem Affektionswert der Inselgruppe für Deutschland.

Dieses Buch zeigt, wie sich der deutsche ozeanistische Diskurs engagiert im Projekt einer Akkumulation des emotionalen Werts von Samoa. Zu diesem Zweck wertet der Autor dieser Studie eine Fülle von Archivmaterialien und Texten aus der deutschen Kolonialliteratur aus. Die Diskursanalyse rekonstruiert ein emotionales Regime, das Samoa auf der einen Seite mit einer rhetorischen Strategie der Erotisierung überzieht, die auf Meads Forschung vorausweist. Auf der anderen Seite zeigt diese Untersuchung, dass sich dieses Regime um eine Kontrolle der überbordenden ozeanischen Gefühle von Kolonisatoren bemüht, indem es das sexuelle aus dem kolonialen Begehren für die ‚Perle der Südsee‘ abspaltet. Während der exotistische Diskurs Samoa als einen Raum der Hybridität modelliert, kultiviert der koloniale Diskurs zunehmend einen Habitus von Herrenmenschen, der Hybridisierung instinktiv verwerfen soll. An dieser Stelle rückt das koloniale Projekt in eine brisante Nähe zu den rassenhygienischen Vorstellungen der Nazis.

In die Analyse einbezogen werden nicht nur Texte bislang weitgehend unbeachteter Autoren wie Carl Eduard Michaelis, sondern auch die Samoa-Literatur des relativ bekannten Schriftstellers Erich Scheurmann. Beide Autoren zeugen von der Nähe der Lebensreform-Bewegung der Jahrhundertwende zum Kolonialismus. Darüber hinaus erweisen sich ihr emotionaler und ihr Denkstil als anfällig für den Faschismus. Ins deutsche kollektive Gedächtnis hat sich Samoa vor allem über Scheurmanns Papalagi-Buch (1920) eingeschrieben. Die Untersuchung verortet diesen Literaten in der Autorengruppe, die sich dem Kolonialrevisionismus verschrieben hat und auf das Phänomen der Hybridität mit Degenerationsparanoia reagiert. Abschließend diskutiert dieses Buch die Wiederentdeckung Samoas in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur bei Autoren wie Alex Capus und Friedrich Kröhnke.

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Rezensionen (1)

Thomas Schwarz am 10.04.2016 04:55:54

Bitte beachten Sie die folgenden Rezensionen:
– Richard Sperber, in: Zeitschrift für Germanistik XXIV – 1/2014 (Sonderheft “Reisen und Wissen”), S. 166-168.
– Michael Dusche, in: Forum “Postkoloniale Arbeiten” des Goethezeit-Portals (Dezember 2013).
– Ulrich van der Heyden, in: Monatshefte 106, Heft 1 / 2014, S. 139-141.
– James N. Bade, in: Anthropos 109, Heft 1 / 2014, S. 333f.
– Anne D. Peiter, in: German Studies in India 4, 2015, S. 260-263.
– Christine Weller, in: Limbus. Australisches Jahrbuch für germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft 8, 2015, S. 287-289.
– Die zweite Auflage (2015) findet eine freundliche Erwähnung in: Thomas Steinfeld: Geschichte eines Erfolges. Heim auf die Insel. Das einst äußerst erfolgreiche Samoa-Büchlein “Der Papalagi” von Erich Scheurmann bediente die Aussteiger-Träume der 68er-Generation – unter rassistischen Vorzeichen. In: Süddeutsche Zeitung, 6.1.2016.

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