Kurs: Adobe Photoshop

3.4.2 Die richtige Auflösung

Während die Einstellung der Helligkeit, Farbbalance und die Verwendung verschiedener Filter der Qualität des Scans zugute kommt, ist die Bestimmung der richtigen Scanauflösung die Grundlage eines jeden Scanvorgangs. Wird eine zu hohe Auflösung gewählt, erhalten Sie unnötig große Dateien, die Ihnen keinen Qualitätsvorteil bringen, eine zu niedrige Auflösung geht zu Lasten der Bildqualität. Bestimmt wird die Auflösung beim Scannen vom späteren Ausgabemedium, sei es nun ein Monitor oder ein Drucker.

Die folgende Liste gibt Ihnen hierzu einen groben Anhalt:

Tabelle: Scanauflösung für verschiedene Medien, sofern die Vorlage in Originalgröße wiedergegeben werden soll

72 - 150 dpi Webseiten und Bildschirmpräsentationen
100 - 300 dpi Plakatdruck
100 - 240 dpi Tageszeitungen
100 - 300 dpi Papier ohne Spezialbeschichtung
200 - 600 dpi Papier mit Spezialbeschichtung
250 - 400 dpi Bildbände
600 - 800 dpi Strichzeichnungen und Bitmap-Bilder
400 - 1200 dpi Filmstreifen

Für Webseiten und Bildschirmpräsentationen reichen in der Regel 72 dpi aus, da ein Monitor diese Auflösung benutzt. Soll ein Bild allerdings bearbeitet werden, ist es sinnvoll, die Auflösung zunächst auf 100 bis 150 dpi zu erhöhen, um für die Bearbeitungsprozesse qualitativ besseres Material zur Verfügung zu haben. In diesem Falle wird das fertige Bild erst zum Schluss auf 72 dpi reduziert.

Wesentlich komplizierter ist die Berechnung für den Druck, weil hier mit verschiedenen Verfahren gearbeitet wird, was wiederum zu unterschiedlicher Wiedergabequalität führt. Es wäre ein Fehler anzunehmen, dass die Scan- der Druckauflösung entspricht. Während ein Scanner bei 24-Bit Farbtiefe einen Bildpunkt in seiner "echten" Farbe erfasst, muss ein Drucker diesen Wert aus seinen vier Farben Cyan, Magenta, Yellow und Black (CMYK) generieren.

Der bestimmende Faktor für das Verhältnis von Druck- und Scanauflösung ist deshalb nicht die formale, sondern die sichtbare Auflösung eines Ausgabegerätes, die in der Drucktechnik in LPI (Line Per Inch) gemessen wird. Für die sichtbare Auflösung eines Ausgabegerätes existieren nur empirische Werte, da sie bestimmten Schwankungen unterworfen ist.

Die folgende Tabelle zeigt verschiedene Druckverfahren und die dazugehörige sichtbare Auflösung.

Tabelle: Druckauflösung für unterschiedliche Druckprozesse

Absolute Druckerauflösung

Effektive (Sichtbare) Auflösung

Tintenstrahldrucker 360 dpi 120 - 180 dpi
Tintenstrahldrucker 720 dpi 250 - 360 dpi
Laserdrucker 300 dpi, s/w, gerastert, 32 Graustufen 60 - 70 dpi
Laserdrucker 600 dpi, s/w, gerastert, 64 Graustufen 90 - 120 dpi
Farblaserdrucker, 600 dpi, Contone* 300 dpi
Farblaserkopierer, 400 dpi, Contone 200 dpi
Thermosublimationsdrucker, 300 dpi 300 dpi
Offsetdruck, 60er Raster 150 - 300 dpi
Offsetdruck, 48er Raster 120 - 240 dpi

(Quelle: Canon Deutschland)

* Contone beschreibt ein Druckverfahren für Farblaserdrucker, das Farben sowie Helligkeit und Kontrast exakt reproduziert, indem Bildpunkte in einer Kombination aus Dithering und unterschiedlicher Intensität ausgegeben werden. Im Gegensatz zu Continuous-Tone-Druckern, die bis zu 256 Helligkeitsabstufungen verwenden, sind es bei den meisten Contone-Druckern nur acht Stufen, weshalb Dithering verwendet wird, um den für das menschliche Auge wahrnehmbaren Farbbereich zu simulieren.
(Nach: HardwareCentral, Earthweb (Hrsg.) http://systems.webopedia.com, Aufruf: 07.05.2003)

Was bedeuten die Werte in der Tabelle nun in der Realität