Basiswissen für Selbstständige

2.4.1 Variable Kosten

Variable Kosten, auch Einzelkosten genannt, sind Kosten, die unmittelbar im Produkt bzw. in der Leistung „stecken“; Kosten, die direkt vom Produkt bzw. von der Leistung selbst verursacht werden. Variable Kosten sind umsatzabhängige Kosten; sie variieren in Abhängigkeit vom Umsatz, genauer gesagt, von der Umsatzmenge. Viele verkaufte Produkte bzw. Leistungen (= viel Umsatz) in einem bestimmten Zeitraum bedeuten höhere variable Kosten in diesem Zeitraum und weniger Umsatz dementsprechend geringere variable Kosten.

Für variable Kosten gilt generell:

  • einerseits soviel Kosten wie nur irgend möglich als variable Kosten ausweisen (dadurch sinkt die Gefahr von Verzerrungen, wie wir später bei Fragen der Preiskalkulation noch sehen werden),
  • andererseits variable Kosten nur dann und insoweit ausweisen, wenn dies, in Abhängigkeit vom Unternehmensgegenstand, betriebswirtschaftlich wirklich sinnvoll ist.

Viele Unternehmungen haben keine variablen Kosten. In einer Seminarstunde eines Dozenten, einer Beratungsstunde eines Rechtsanwaltes, einer Entwicklungsstunde eines Webdesigners, in den Leistungen, die diese Unternehmer verkaufen, finden sich keine sinnvollen variablen Kosten. Es sein denn, der Webdesigner z.B. meint, die Kosten des Stromverbrauchs seines Computers für eine Webdesignstunde als variable Kosten dieser Dienstleistungsstunde ermitteln zu müssen. Falls es angesichts des Unternehmensgegenstandes keine variablen Kosten gibt, meistens trifft das für Freiberufler zu, entfällt dieser Planungsaufwand.

Die vier häufigsten Kostenarten bei den variablen Kosten sind:

  • Material
  • Waren
  • Provisionen
  • Fremdleistungen.

Das produzierende Gewerbe verbraucht Materialien (Rohstoffe und im weiten Sinne Hilfs- und Betriebsstoffe), um seine Produkte herstellen zu können. Vor allem der Handel und die Gastronomie verkaufen Waren. Für Unternehmungen, die mit einem Vertriebssystem arbeiten, dessen Vergütung in Abhängigkeit vom Umsatz erfolgt, sind diese Provisionen variable Kosten. Unternehmungen, die für die Erstellung ihrer Produkte und Leistungen regelmäßig produkt- und leistungsbezogene Subauftragnehmer (so genannte Fremdleister) in Anspruch nehmen, haben mit diesen Fremdleistungen variable Kosten.

Aber auch andere Kostenarten können – zumindest teilweise – variabler Natur sein. Umsatzabhängige Lohnanteile können, vergleichbar mit Provisionen, variable Kosten sein. Auch andere Kostenarten können in Abhängigkeit von der betrieblichen Zweckbestimmung entweder nur variabler oder nur fixer Natur sein, z.B.:

Kostenart

Fixe Kosten

variable Kosten

Miete

Gewerberaummiete

Maschinenausleihe

Lohn/Gehalt

Grundlohn (Fixum)

Leistungslohn

Energie

allgemeiner Stromverbrauch

Maschinenstrom

In einem Produkt/einer Leistung können mehrere, verschiedene variable Kostenarten auftreten. Die jeweiligen variablen Kosten für ein Produkt/eine Leistung in einem bestimmten Zeitraum (z.B. Monat) ergeben sich aus der geplanten Absatzmenge (Stückzahl pro Monat) multipliziert mit den ermittelten variablen Kosten für ein Stück des entsprechenden Produktes/der entsprechenden Leistung. Die Planung der Absatzmenge für die Produkte/Leistungen erfolgt erst im Weiteren bei der Umsatzplanung im Rahmen der Planung der Gewinnerwartung.

Im Ablauf der Planungsarbeiten können an dieser Stelle somit nur die variablen Kosten für eine Mengeneinheit (Stück, Stunde, Meter, Liter, usw.) jedes Produktes/ jeder Leistungen bestimmt werden.

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