Basiswissen für Selbstständige

3.2 Rechtsformen der Unternehmung

Zielstellung dieses Abschnitts ist es:

  • die rechtliche und praktische Bedeutung, Vor- und Nachteile sowie Zwänge und Möglichkeiten der häufigsten und wichtigsten Rechtsformen unternehmerischer Tätigkeit zu erkennen,
  • bei der Wahl einer zweckmäßigen und sinnvollen Rechtsform für die eigene selbständige Tätigkeit zu unterstützen.

Kein Unternehmen bewegt sich in einem rechtsleeren Raum. Jede Unternehmung unterliegt bestimmten rechtlichen Regelungen. Jede Unternehmung hat eine Rechtsform; man kann sie bewusst und gewollt aussuchen oder sich unbewusst und ungewollt in einer befinden. „Lohnt“ es sich für einen Webdesigner, eine GmbH zu gründen; wie viel „kostet“ eine GbR; wie „haftet“ eine Partnerschaft Inwieweit kann man die Rechtsform „frei“ wählen; gibt es „die beste“ Rechtsform

Die Frage der Rechtsform hängt in hohem Maße von der Art der Geschäftstätigkeit der Unternehmung und von der Anzahl der Personen ab, die das Geschäft betreiben wollen. Jede Art der Geschäftstätigkeit eröffnet im Zusammenhang mit der Anzahl der Gründer bestimmte Möglichkeiten der Rechtsformwahl und schließt gleichzeitig andere Möglichkeiten aus. Es gibt Freiheiten und es gibt Zwänge bei der Wahl der Rechtsform.

Es ist also zu klären:
Welche Rechtsformen für wen wie zugänglich sind und welche nicht,

Welche von den möglichen Rechtsformen die zweckmäßigste und sinnvollste für eine konkrete Gründung ist.

Die Grundtypen von Unternehmern werden im Einkommensteuergesetz, im Handelsgesetzbuch und in der Handwerksordnung bestimmt.

Danach gibt es drei Grundtypen von Unternehmern:

  • Land- und Forstwirte
  • Freiberufler und sonstige Selbständige.
  • Gewerbetreibende

Land- und Forstwirte sind solche Unternehmer, die Pflanzen und Pflanzenteile mit Hilfe der Naturkräfte gewinnen (Bodenbearbeitung). Tierhalter und -züchter gehören dazu, wenn das Futter für die Tiere in bestimmtem Maße aus eigener Produktion kommt.

Freiberufliche Unternehmen sind solche, deren Tätigkeiten im § 18 EStG aufgeführt sind.

Gewerbetreibende Unternehmen sind solche, die weder Land- und Forstwirtschaft noch Freiberufe betreiben sind.

Man kann vom „Typenzwang“ und der „Typenreinheit“ für Unternehmen sprechen.

Es gibt keine Unternehmung, die nicht zu einem der drei Typen gehört; Unternehmen sind also immer entweder land- und forstwirtschaftliche oder freiberufliche oder gewerbetreibende Unternehmen (Typenzwang). Ein Unternehmen ist immer typenrein, es gehört immer zu genau einem Typ; entweder ist ein Unternehmen ein land- und forstwirtschaftlicher oder ein freiberuflicher oder ein Gewerbebetrieb (Typenreinheit).

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