Basiswissen für Selbstständige

3.5.1.3 Bemessungsgrundlage der Steuerberechnung

Die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Umsatzsteuer ist das „Entgelt“ (der Netto-Wert), das für eine Lieferung oder Leistung, d.h. für den Umsatz, zu entrichten ist. Entgelt ist alles, was der Leistungsempfänger aufwendet, um die Leistung zu erhalten, jedoch abzüglich der Umsatzsteuer (§10 Abs. 1 UStG).

Steuersätze

§12 UStG regelt die Steuersätze. Derzeit beträgt der allgemeine (volle) Umsatzsteuersatz 16%. Der ermäßigte Steuersatz beträgt derzeit 7%.

§12 Abs. 2 und die Anlage des UStG zählen die Umsätze auf, für die der ermäßigte Steuersatz gilt. Das sind z.B.:

  • Lebensmittel, Blumen und andere Pflanzen, Tiere, Samen, Gewürze, genießbare Öle und Fette,
  • Tierische und pflanzliche Düngemittel
  • Brennholz, Holzabfälle
  • Bücher, Zeitungen und andere Erzeugnisse des graphischen Gewerbes - mit Ausnahme der Erzeugnisse, für die die Hinweispflicht nach dem Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften besteht, sowie Veröffentlichungen, die überwiegend Werbezwecken (einschließlich Reisewerbung) dienen
  • Prothesen, orthopädische Apparate, Herzschrittmacher, Geräte für Schwerhörige
  • Kunstgegenstände, und zwar
    a) Gemälde und Zeichnungen, vollständig mit der Hand geschaffen, sowie Collagen und ähnliche dekorative Bildwerke,
    b) Originalstiche, -schnitte und -steindrucke,
    c) Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst, aus Stoffen aller Art
  • Zoologische, botanische, mineralogische, anatomische, geschichtliche, archäologische, paläontologische, völkerkundliche, münzkundliche Sammlungsstücke
  • die Leistungen der Theater, Orchester, Kammermusikensembles, Chöre und Museen sowie die Veranstaltung von Theatervorführungen und Konzerten durch andere Unternehmer
  • die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben
  • Filmverleih, Zirkusvorstellungen, Schausteller, zoologische Gärten
  • Ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke
  • Schwimmbäder, Heilbäder, Kureinrichtungen.

Gründer sollten also durchaus einmal das Umsatzsteuergesetz zur Hand nehmen und für sich klären, zu welchen Steuersätzen Sie Ihren Kunden Rechnungen ausstellen müssen. Sind Sie unsicher, was Ihren Steuersatz betrifft, wenden Sie sich an Ihr Finanzamt, beschreiben Sie Ihre Geschäftstätigkeit und lassen Sie sich den Steuersatz offiziell bescheinigen.

Kommentare (0)

Ihr Kommentar

Name