Basiswissen für Selbstständige

3.5.1.8. Soll-Versteuerung – Ist-Versteuerung

Generell entsteht die Umsatzsteuerschuld mit dem Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Lieferung oder Leistung ausgeführt wurden (§16 UStG). Nun fallen leider Leistungserbringung, Rechnungsstellung und Geldeingang zeitlich selten zusammen. Sie haben Ihre Lieferung/Leistung für den Kunden erbracht, die Rechnung dafür geschrieben und verschickt und der Voranmeldungszeitraum ist abgelaufen (zum Voranmeldungszeitraum kommen wir gleich), aber das Geld ist noch nicht eingegangen. Trotzdem müssen Sie nach §16 UStG die lt. Rechnung „vereinbarte“, jedoch noch nicht „vereinnahmte“ Umsatzsteuer in die oben dargestellte Berechnung der Zahllast unter Umsatzsteuer mit hineinnehmen. Die Steuerschuld wird also auf Steuer berechnet, die Sie noch gar nicht erhalten haben. Das ist liquiditätsbedrohend. Die Versteuerung nach §16 UStG wird auch Soll-Versteuerung genannt.

Um für kleine Unternehmen solche „Liquiditätsfallen“ auszuschließen, gibt es den §20 UStG – Berechnung der Steuer nach vereinnahmten Entgelten. Danach wird die Zahllast aufgrund der Umsatzsteuer berechnet, die Sie auch wirklich von Ihren Kunden in Geld eingenommen haben. Ob Sie nach §20 UStG abrechnen dürfen, hängt von der Höhe der Umsätze Ihrer Unternehmung ab. Auf Antrag beim Finanzamt kann ein Unternehmer die Steuer nach §20 UStG berechnen, wenn sein Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr nicht höher als 125.000 € lag oder wenn er nicht buchführungspflichtig ist. Der Wert 125.000 € gilt für Unternehmen in den alten Bundesländern. Für Unternehmen im Beitrittsgebiet gilt bis zum 31.12.2004 der Wert 500.000 €. Die Versteuerung nach §20 UStG wird auch Ist-Versteuerung genannt.

Das allgemeine Rechenschema Umsatzsteuer minus Vorsteuer gleich Zahllast bzw. VSt-Überhang stellt sich also konkret in zwei Varianten dar.



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