Basiswissen für Selbstständige

4.3.5.4 Ohne Metakommunikation keine dauerhafte Verständigung

Erst das Sprechen auf einer Metaebene lässt  in der Kommunikation eine Positionierung oder ein Hinterfragen, Kommentieren sowie Bewerten zu.

„Den Satz verstehe ich nicht!“ oder „Die Schlussfolgerung halte ich für falsch!“ oder „Dieser Gedanke ist keineswegs neu“ sind Sätze, die wir nahezu täglich benutzen und die uns helfen „Ordnung“ in unsere Kommunikationsbeziehungen zu bringen. Diese Sätze sind Sätze auf der Metaebene. Mit der Metaebene einer Sprache bezeichnen wir Aussagen über Aussagen. Die sprachliche Form der Metaebene wird häufig irrtümlicherweise als Form der Generalisierung verstanden und damit als Mittel der hierarchischen Gliederung angesehen. Dies ist aber keineswegs so. Die Sprachform der Metaebene finden wir sowohl in der Umgangssprache als auch in der Sprache aller Wissenschaften. Ohne Metaaussagen wäre effektive Kommunikation unvorstellbar.

Die Aussage: „Es ist wahr, dass die Mehrwertsteuer in Deutschland 16%, beträgt.“ ist  eine Metaaussage.

Warum nun behandeln wir diese Fragen unter dem Thema „erfolgreiche Kommunikation“ Weil für eine Vielzahl von Kommunikationszusammenhängen eine Verständigung von Sender und Empfänger zunächst nur möglich ist, wenn sie sich auf der Metaebene über die „Spielregeln“ oder die Sichtweise oder den Kommunikationszusammenhang einigen. Unzählige Auseinandersetzungen in der Wissenschaft, unzählige Streitgespräche zwischen Partnern und unzählige Geschäftsverhandlungen könnten vermieden werden, wenn die Regeln der Metakommunikation eingehalten werden würden. Zuweilen kann es auf Grund logischer Antinomie gar nicht  zu einer Einigung kommen ohne den Gebrauch der Metasprache.

Schon die alten Griechen erkannten diesen Zusammenhang mit der Antinomie des Lügners, bekannt in der Literatur auch als kretische Antinomie.
(Vertiefung: Kretische Antinomie)

Es geht aber nicht nur um Antinomien in der Logik. Hier wird der Wert der Metaaussagen nur besonders deutlich. Die Metasprache hat ihren Wert auch für normale Gesprächsrunden oder alltägliche Diskussionen oder Verhandlungen. In einer spontanen Gesprächsrunde (angenommen in einem 8-wöchigen Seminar von Existenzgründern), in der sich die Teilnehmer das Ziel gesetzt haben ein Treffen nach einem Jahr zu organisieren, um sich wieder zu sehen oder einen Erfahrungsaustausch zu organisieren oder eben nur das Netzwerk zu pflegen, entbrennt eine Diskussion um die Details der Realisierung. Ohne ein „sich zunächst daneben oder besser darüber Stellen“ und die Klärung bestimmter Spielregeln ist eine zielgerichtete Diskussion sehr langwierig.

„Wer moderiert das Gespräch “

„Welche Themen gilt es zu klären “

„Wie viel Zeit geben wir uns für die Diskussion “

Das wären einige der Fragen auf der Metaebene um die Diskussion auf der „Sach-Ebene“ zu erleichtern. Die Metaebene bezeichnet damit eine Sprachebene, bei der Sie die Sach- und Beziehungsebene verlassen und das Gesprächsverhalten sowie der Gesprächspartner selbst zum Thema gemacht werden. Das bietet die Chance einer Vertiefung, Klärung oder des „Ausstiegs“ für die weitere Diskussion.

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