Ihr Standort: Kostenloses Kurse / Leben und Überleben

Leben und Überleben - Der Kurs zum kostenlosen Lernen und Nachschlagen

Leben und Überleben

Kurs starten >>

Vor hundert Jahren mussten unsere Großeltern, Urgroßeltern den Ausbruch des 1. Weltkrieges erleben. Wie wurden Sie damit fertig? Wie standen sie ihn durch? Wir erfahren wie die Kaiserzeit, bei allen Entbehrungen, in der Erinnerung zur guten, alten Zeit werden konnte, auch warum unsere Vorfahren nichts mehr von Kohlrüben wissen wollten. Ein Buch aus der Sicht der „kleinen Leute“.

An diesem sehr frühen Morgen verblassten gerade erst die Sterne. Dunst lag über der Stadt. Da und dort qualmte ein Schornstein. Wahrscheinlich befand sich in diesen Häusern eine Bäckerei, denn der Winter war lange vorbei und es gab keinen Grund um zu heizen. Um diese Zeit belieferten die Bäckerjungen ihre letzten Kunden. Je nach Bestellung hatten sie die Beutel mit Schrippen, Mohnbrötchen oder Knüppel treppauf, treppab an die Türknäufe gehängt. Die mehlbestäubten Burschen trafen wie jeden Morgen auf die Zeitungsjungs und tauschten ein paar schnelle Neuigkeiten aus. Dann waren sie, solange sie noch die Kraft hatten, zwei Stufen auf einmal nehmend weiter geeilt. Die letzten leichten Mädchen von der Friedrichstraße waren auf dem Weg, um nach einer anstrengenden Nacht zu ihrem wohlverdienten Schlaf zu kommen. Jetzt am frühen Morgen waren sowieso keine Kunden mehr unterwegs. Stattdessen begegnete ihnen eine Vielzahl von Arbeiterinnen und Arbeitern, die mit schnellen Schritten in einem Fußmarsch von einer Viertelstunde oder gar einer halben Stunde ihre Arbeitsstellen zu erreichen hatten. Nicht überall hatte man in die Höfe Fabrikbauten gestopft, so dass man nur vom Vorderhaus in den Seitenflügel zu gehen brauchte. Arbeiter, die einen noch weiteren Weg hatten, benutzten die Pferdebusse, die es noch gab, oder die elektrischen Straßenbahnen, die gerade erst die Pferdebahnen abgelöst hatten. Ein Pferd trottete mit einem Wagen voller Gemüse und Obst im Schlepptau die Straße entlang. Der Kutscher hatte die Ware zum Einzelhändler zu bringen. Berlin war erwacht!

Inhalt

  • Leben und Überleben
    • Vorwort
    • 1 1904
      • 1.1 Die Kneipe
      • 1.2 Augustes Gedanken zur Nacht
      • 1.3 Schulfrei
    • 2 1911
      • 2.1 Kneipengespräche
      • 2.2 Realität und Wünsche in der Küche
      • 2.3 In der Provinz
      • 2.4 Die Taufe
    • 3 1913
      • 3.1 Eine Radtour
      • 3.2 Mai am Enckeplatz
      • 3.3 Alltag in der Auguststraße
      • 3.4 Vom Profanen über Glanzvolles zum Übersinnlichen
    • 4 1914
      • 4.1 Ein trüber Februartag in Berlin
      • 4.2 Der 1. Mai
      • 4.3 Ein Abendspaziergang am Wentowsee
      • 4.4 Neu in Strelitz alt
      • 4.5 Extrablatt
      • 4.6 Quasi durch das Schlüsselloch gesehen
      • 4.7 Ende Juli - ein Tag zum Baden
      • 4.8 Es hagelte
      • 4.9 Muttersorgen, Mutterfreuden
    • 5 1915
      • 5.1 Posen im Januar
      • 5.2 Stammtisch hier, Stammtisch da
      • 5.3 Posen, Donnerwetter und Anerkennung
      • 5.4 Rauf und runter
      • 5.5 Hermann, der Gardegrenadier, an der Westfront
      • 5.6 Ein Lied trotz Leinöl in Strelitz alt
      • 5.7 Fachwerkhäuser, Barockschloss und die Klinkergebäude der Bahn = Dannenwalde
      • 5.8 Am Enckeplatz gelten die alten Regeln nicht mehr
      • 5.9 Abschied von Posen, dem Feind entgegen und erste Eindrücke
      • 5.10 Die Kneipe am Enckeplatz einmal ohne Männer
      • 5.11 Veränderungen bei den Gützlafs
      • 5.12 Neues vom Stammtisch in Strelitz alt
      • 5.13 Berlin, Sozialisten streiten um den rechten linken Weg
      • 5.14 Hermann und Auguste am Kottbusser Damm
      • 5.15 Alexandrow, die Russen haben Stellung bezogen und bieten Widerstand
      • 5.16 Kottbusser Damm, immer noch ein fremdes Zuhause
      • 5.17 Unterhalb des Chamissoplatzes, Heidelberger Krug, Ende August
      • 5.18 Frontsoldat, ein Liebesbrief macht manches erträglicher
      • 5.19 Ein etwas geistesabwesender Gustav in Strelitz alt
      • 5.20 Marianne besucht ihre Tochter in Dannenwalde
      • 5.21 Am Kottbusser Damm gibt es einige Neuigkeiten
      • 5.22 Ostfront, Richard brüht den Morgenkaffee
      • 5.23 Dannenwalde, Martha erhält eine beunruhigende Nachricht
      • 5.24 Strelitz alt zur Zeit der bunten Blätter
      • 5.25 Westfront: Hermann, der Gardegrenadier, greift mit seinen Kameraden an.
      • 5.26 Hermann Barthel wird zur Genesung nach Deutschland transportiert
      • 5.27 Mit Helma Bille zum Kottbusser Damm
      • 5.28 Richard im Schnee
      • 5.29 Weihnachtszeit in Mecklenburg
    • 6 1916
      • 6.1 Mal Heimatluft schnuppern
      • 6.2 Ernst Bille als Frontsoldat
      • 6.3 Am Kottbusser Damm in der zweiten Hälfte Februar
      • 6.4 Zwei und Eins = Drei? Gustav und Marianne wollen Klarheit.
      • 6.5 März in Berlin und an der Ostfront
      • 6.6 April an der Westfront, Ernst Bille in Reserve
      • 6.7 Ostersonntag in Strelitz alt
      • 6.8 Der letzte Sonntag im April am Kottbusser Damm
      • 6.9 Dannenwalde im Mai
      • 6.10 Werktags bei den Gützlafs
      • 6.11 31. Mai, Mittwoch - Neues von Hermann Barthel, dem Gardegrenadier
      • 6.12 Sonntag, den 4. Juni - Richard noch in der Ruhestellung
      • 6.13 Ernst Bille in der Sommeschlacht – 21.7.1916
      • 6.14 Die Gützlafs haben etwas vor
      • 6.15 Martha in der Dannenwalder Kirche
      • 6.16 Die Herrenrunde von Strelitz alt einmal vollzählig - Sonntag, den 6. August
      • 6.17 Richard, Mitte September in Holoby
      • 6.18 Bei Auguste und Hermann herrscht einige Aufregung
      • 6.19 Ernst Bille erfährt das Grauen
      • 6.20 Mariannes und Gustavs Dreimädeltour
      • 6.21 Strelitz alt im Oktober
      • 6.22 Anfang November - Ernst Bille hat Urlaub
      • 6.23 Weihnachtszeit
    • 7 1917
      • 7.1 Dannenwalde
      • 7.2 Richard erlebt ein Hin und Her
      • 7.3 Strelitz alt, ein Wechselbad, aber nicht von Kneipp
      • 7.4 Der erste Sonntag im Februar in Berlin
      • 7.5 Auguste und Hermann machen einen Besuch
      • 7.6 Richard, ein kleines Rädchen im Heer des Generaloberst von Woyrsch, wird verladen
      • 7.7 Ernst Bille in der Nähe von Lille in Ruhestellung
      • 7.8 Martha macht mit den Kindern einen Ausflug
      • 7.9 Richard ist wieder Richtschütze am Maschinengewehr
      • 7.10 Mai im Seitenflügel
      • 7.11 Erster Juni - Hochzeit von Martha Leisner und Hermann Barthel
      • 7.12 Marianne macht Mitte Juni einen Besuch in Dannenwalde
      • 7.13 Martha sucht Beistand
      • 7.14 Strelitz alt an einem heißen Julitag
      • 7.15 Die Gützlafs im Hochsommer
      • 7.16 Ernst Bille und Genosse Kurz im Zwiegespräch
      • 7.17 Die Gützlafs machen einen Spaziergang zur Hasenheide
      • 7.18 Richard wird mit seinen Kameraden nach Galizien verlegt
      • 7.19 Dannenwalde, die Idylle bekommt Risse
      • 7.20 Die Gützlafs erfahren von der Hagedornschen Neues, erhalten einen Brief von Richard und Ernst hat Urlaub
      • 7.21 Herbst in Strelitz alt
      • 7.22 Oktober, Richard hat Urlaub
      • 7.23 Kottbusser Damm, Ende November
      • 7.24 Strelitz alt am Sonnabend, den 22. Dezember
      • 7.25 An der Ostfront im Dezember
    • 8 1918
      • 8.1 Januar, Berlin-Moabit
      • 8.2 Strelitz alt, noch im Winter
      • 8.3 Stammtischstrategen, der Frühling und die Ereignisse machen Hoffnung
      • 8.4 Dannenwalde, Ende April
      • 8.5 Heirat, Umzug, Schlag auf Schlag
      • 8.6 Wonnemonat ohne Wonne?
      • 8.7 Nicht nur in Strelitz alt ist dieser Juni recht kalt
      • 8.8 Männerrunde in Berlin
      • 8.9 Richard bekommt Urlaub, Ernst eine neue Kompanie
      • 8.10 September, das Bündnis bröckelt
      • 8.11 Die Ereignisse überschlagen sich
      • 8.12 November - in diesem Monat erscheint die Lage am Anfang völlig diffus