Lernen ohne Lehrer

5 Die hohe Kunst der Zeitplanung

Zu den unzweckmäßigen Gewohnheiten vieler Menschen gehört falsche bzw. überhaupt nicht erfolgende Zeiteinteilung. Als Schüler wird man weitgehend durch die Vorgabe des täglichen Stundenplans mit der Pflicht zur Anwesenheit „getaktet“. Als Erwachsener dagegen, der an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnimmt, hat man die verführerische Freiheit, einen Kurstermin wahrzunehmen oder auch nicht. Auch die Möglichkeit, sich den Tag oder das Wochenende den eigenen Wünschen entsprechend einzuteilen, ist eine Freiheit, mit der umzugehen meist auch noch gelernt werden muss.

Es hat seinen guten Grund, dass zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren von Führungskräften richtiges Zeitmanagement gehört, die Fähigkeit also, seine Zeit zweckmäßig einzuteilen und ergebnisorientiert zu nutzen.

Zu den größten Schwierigkeiten, mit denen Lernende - ob nun Schüler, Studenten oder weiterbildungswillige Erwachsene - zu kämpfen haben, zählt der ökonomische Umgang mit der Zeit. Das fängt schon mit dem „Anfangen“ an.

Sie kennen alle die Situation, dass man sich vornimmt, gleich nach dem Essen mit dem Lernen zu beginnen. Da fällt der Blick auf die Tageszeitung, in der noch schnell geblättert wird. Dann läuft gerade im Fernsehen die Sportschau, die man halt eben noch zu Ende sehen möchte. Sitzt man dann endlich am Schreibtisch, liegt da ein Zettel - Geburtstag K. nicht vergessen! So schwankt man zwischen dem Vorsatz, sich mit dem Lehrstoff zu beschäftigen und dem Wunsch, diesmal dem Freund rechtzeitig zum Geburtstag eine witzige Mail zu schicken. Dem Dilemma weicht man kurzfristig erst mal aus, indem man sich schnell noch eine Tasse Tee macht.

Solche Situationen enden meist mit dem unguten Gefühl, dass man kostbare Zeit verplempert hat, dass man mehr hätte schaffen können. Diese Erkenntnis wiederum zehrt am Selbstwertgefühl und baut Motivation ab. Zur Mühe, mit dem Lernen endlich zu beginnen, kommt oft eine weitere entscheidende Schwäche, das Unvermögen nämlich, die ohnehin nur knapp bemessene Zeit vernünftig einzuteilen und für die wirklich wichtigen Dinge zu nutzen. Stattdessen werden verschiedene Aufgaben begonnen, nur teilweise zu Ende geführt, und für die wirklich wichtigen Arbeiten bleibt zu wenig Zeit.

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