Lernen ohne Lehrer

10 Online-Lernen - Büffeln mit der Maus

Betrachten wir den Titel dieser Lernanleitung, dann fällt auf, dass wir bisher fast ausschließlich das herkömmliche Lernen mit dem Buch behandelt haben, das Lernen mit Computer und Internet kam bisher so gut wie nicht vor. Dies ist aber nur scheinbar so!

Tatsächlich haben wir uns bis jetzt mit Fragen beschäftigt, die für das Lernen sowohl mit dem Buch wie mit dem Computer gleichermaßen von ganz ausschlaggebender Bedeutung sind: mit Fragen der Motivation und der richtigen Einstellung zum Lernen, mit der Fähigkeit zu einer selbstdisziplinierenden Zeitplanung, mit der richtigen Technik des Lesens und mit wirkungsvollen Methoden der Wissensaufnahme, kurz gesagt mit wesentlichen Komponenten dessen, was man allgemein unter Selbstlernkompetenz versteht.

Analysiert man nämlich die Gründe für die hohe Abbrecherquote bei E-Learningvorhaben, dann stellt man fest, dass die meisten Lerner an fehlender Selbstdisziplin und ihrer mangelnden Fähigkeit scheiterten, ihren Lernprozess eigenständig zu organisieren. Dagegen ist es so, dass jene Kursteilnehmer erfolgreich sind, die ein kompetentes Selbst- und Lernmanagement aufweisen, und dies oft sogar unter ungünstigen Lernbedingungen und nur mäßig gutem E-Learningmaterial!

Wenn Sie die bisherigen Kapitel aufmerksam gelesen und die darin vermittelte Botschaft akzeptiert haben, dann ist Ihnen das eben Gesagte eigentlich schon vertraut. Wir haben also nur noch einmal in Erinnerung gerufen, was zentrale Aussage der bereits bearbeiteten Kapitel war.

Im herkömmlichen Seminarbetrieb werden auch weniger lernkompetente Lerner mitgezogen: durch die festen Seminarzeiten und einem gewissen Zwang zur regelmäßigen Anwesenheit werden ihnen Probleme der Lerndisziplin erspart, Inhalt und Struktur des Lernprozesses werden durch den Dozenten vorgegeben, müssen also nicht selbst bestimmt werden, Verständnisprobleme können sofort geklärt werden, ein positives soziales Klima in der Gruppe sorgt zudem für einen gewissen „Mitzieheffekt“.

Wenn also Lernende ohne ausreichende Selbstlernkompetenz sich für das Lernen am Computer entscheiden und ohne Gespür dafür sind, dass ihnen wesentliche Voraussetzungen für langfristigen Lernerfolg fehlen, lediglich ausgestattet mit einer Portion Begeisterung für Computer und Internet, dann werden sie scheitern. E-Learning wird dann gnadenlos aussieben: Bestehen wird nur, wer bereit und fähig ist, sein Lernen in eigener Verantwortung zu organisieren. Auch ein sehr bemühter Online-Trainer kann nicht ausgleichen, was an persönlichem Einsatz und methodischem Handwerkszeug fehlt.

In diesem Kapitel soll es zunächst um die Frage gehen, was bei aller Problematik E-Learning, also das elektronisch unterstützte Lernen, dennoch auszeichnet gegenüber traditionellen Lehr- und Lernformen. Ein paar für Sie wichtige technische Begriffe im Umfeld um das Thema Lernen mit Computer und Internet sollen ebenfalls geklärt werden. Vor allem soll es aber um Verhaltensregeln und Erfahrungen rund ums Online-Lernen gehen, die ein Lerner beachten sollte, wenn er langfristig Erfolg und Freude beim „Büffeln mit der Maus“ haben möchte.

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