Konzepte Content-Repräsentation & Markup-Sprachen

5.4 Bildkonvertierung

In den ersten Abschnitten dieser Lerneinheit haben wir bereits eine Reihe verschiedener Bildformate kennengelernt, die sich unter anderem in den folgenden vier Kriterien unterscheiden können:

  • Bildwiederholrate: Kinofilme arbeiten mit 24 bzw. 48 Bildern pro Sekunde, bei den Fernsehnormen lassen sich Bildwiederholraten von 50 und rund 60 Halbbildern — bzw. 25 und etwa 30 Vollbildern — unterscheiden. Bei rein digitalen Bildkodierungen lassen sich prinzipiell beliebige Abtast- bzw. Bildwiederholraten realisieren, was ebenfalls Konvertierungen erforderlich macht.

  • Abtastverfahren: Beim Film stehen immer Vollbilder zur Verfügung, beim traditionellen Fernsehen werden hingegen jeweils zwei Halbbilder verwendet, und man spricht von Zeilensprung- oder auch Halbbildverfahren (Interlacing). Vor allem im Bereich moderner digitaler Videoproduktion kommen wiederum Vollbilder zum Einsatz; diese Verfahren werden im Gegensatz zum Zeilensprungverfahren (Interlaced Scan) als Vollbildverfahren (Progressive Scan) bezeichnet.

  • Bildauflösung: Die Auflösung von Kinofilmen hängt im wesentlichen von der Qualität des Filmmaterials ab, und diese ist im Laufe der Zeit kontinuierlich gestiegen. Beim Fernsehen unterscheiden wir zwischen SDTV und HDTV mit unterschiedlichen Auflösungen, wobei sich wiederum Unterschiede zwischen den verschiedenen Fernsehnormen (PAL, SECAM, NTSC) ergeben.

  • Farbrepräsentation: Neben der grundsätzlichen Unterscheidung in Schwarzweiß- und Farbbilder lassen sich auch verschiedene Formen der Farbrepräsentation unterscheiden: RGB, YCbCr, YUV und andere. Bei Formaten mit getrennten Luma- und Chroma-Komponenten sind darüber hinaus verschiedene Formen der Unterabtastung der Farbkomponenten möglich.

Bildmaterial muß bei Bedarf von einem Format in ein anderes konvertiert werden: Kinofilme sollen als Fernsehprogramm übertragen werden, Fernsehprogramme sollen in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Fernsehnormen gezeigt werden usw. In diesem Abschnitt geben wir einen kurzen Überblick über die elementaren Verfahren zur Konvertierung zwischen verschiedenen Bewegtbildformaten. Zunächst stellen wir Verfahren zur Konvertierung von Film in Fernsehformate vor, dann gehen wir allgemeinen auf die Konvertierung von in digitaler Form vorliegendem Bildmaterial ein.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich primär auf die Konvertierung der Bildwiederholrate. Grundsätzlich gelten ähnliche Überlegungen für die Konvertierung zwischen verschiedenen räumlichen Bildauflösungen; hierauf wird in Abschnitt 5.4.2 kurz eingegangen. Die Umwandlung zwischen verschiedenen Farbrepräsentationen wird hier nicht weiter vertieft.

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