Konzepte Content-Repräsentation & Markup-Sprachen

5.7 Abschließende Bemerkungen

Mit den Betrachtungen des vorigen Abschnitts beschließen wir unseren kurzen Überblick über die Kodierung von Bewegtbildern. Wie auch bei Standbildern stehen eine Reihe verschiedener Standards zur Verfügung, um natürliche Bewegtbilder effizient zu kodieren und über das Internet oder andere Netze zu übertragen. Die Standards haben teilweise unterschiedliche Anwendungsgebiete; in einigen Bereichen sind einzelne Standards dominant: etwa MPEG-2 für digitales Fernsehen und DVDs, H.261 und H.263 für Bildtelefonie und Videokonferenzen. Neben diesen Standards sind auch verschiedene proprietäre Formate auf dem Markt verfügbar und beispielsweise im World Wide Web im Einsatz. MPEG-4 berührt als einziger der in dieser Lerneinheit angesprochenen Standards neben der Kodierung natürlicher Bilder auch den Bereich der Beschreibung künstlicher Szenen und Animationen, wobei MPEG-4 hier jedoch heute kaum praktische Bedeutung hat. Im WWW werden statt dessen andere Beschreibungssprachen für Animationen und Grafiken eingesetzt, deren standardisierte Vertreter wir in Lerneinheit 13 vorstellen; proprietäre Formate zur Kodierung von Animationen wie etwa Macromedia Flash, sind jedoch, wie eingangs angedeutet, Gegenstand eigener Qualifikationseinheiten.

Wenn Sie heute Informationen auf der Basis von Bewegtbildern bereitstellen wollen, z.B. auf einer Webseite, dann ist hier wie auch bei anderen Formaten die Verfügbarkeit von Software zu deren Wiedergabe — Playern — von zentraler Bedeutung. Während Web-Browser der neueren Generation die in Lerneinheit 3 vorgestellten wesentlichen Formate für Standbilder unterstützen, ist das bei Videokodierungen (noch) nicht selbstverständlich. Das bedeutet, daß der potentielle Betrachter über entsprechende Browser-Plugins oder eigenständige Programme verfügen bzw. einfach an diese gelangen können muß.

Mit dieser Lerneinheit beenden wir auch den ersten Teil dieser Qualifikationseinheit, der sich mit der Repräsentation von visuellen Inhaltsinformationen beschäftigt hat: Text, Farbe, Graphiken, rechnerbasierte und natürliche Standbilder und eben Bewegtbilder. In den verbleibenden Lerneinheiten wird die strukturierte Zusammenfassung beliebiger Inhalte zu komplexen Dokumenten betrachtet. Im Vordergrund steht dabei die logische Gliederung von Inhalten, wie sie im World Wide Web (WWW) von Bedeutung ist. Dokumenten-Layout, das sich weitaus stärker im Publishing-Bereich wiederfindet, wird ebenfalls angesprochen, aber im Rahmen dieser Qualifikationseinheit nur nachgeordnet betrachtet.

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