Konzepte Content-Repräsentation & Markup-Sprachen

10.2 Repräsentation von Links

Wie der vorhergehende Abschnitt zeigt, sind die Verknüpfungsmechanismen im WWW sehr beschränkt in ihrer Ausdruckskraft. Zum einen bieten URIs kaum Unterstützung für die Adressierung von Strukturkomponenten in einer Ressource, da lediglich Fragment Identifier eine wohldefinierte Semantik besitzen.

Andererseits basiert das WWW auf einfachen Verweisen, die jeweils in der Ressource gespeichert werden, von der sie ausgehen. Dies erleichtert das Auffinden und die Interpretation von Links bei gleichzeitigem Verzicht auf die zusätzliche Funktionalität, die komplexere Verweisstrukturen oftmals bieten. Für viele Anwendungsgebiete, die nicht wie das WWW auf einfache Zugreifbarkeit ausgerichtet sind, sind die genannten Einschränkungen jedoch zu strikt. Daher wurden im SGML- und XML-Umfeld weitere Formen von Verweisen zwischen Dokumentfragmenten eingeführt. Die grundlegenden Konzepte für diese Erweiterungen sind seit Jahrzehnten aus der Graphentheorie bekannt und wurden teilweise bereits in den Entwürfen für die ersten elektronischen Hypertext-Systeme (z.B. im Xanadu-Projekt) berücksichtigt.

Als besonders flexibel hat sich in diesem Zusammenhang der Einsatz von Hyperkanten herausgestellt. Dabei handelt es sich um Kanten, die mehr als zwei Enden besitzen und folglich mehr als nur zwei Knoten miteinander verbinden können. Häufig werden Hyperkanten als ungerichtet aufgefaßt, d.h. es gibt keine explizite Unterscheidung zwischen Start- und Endknoten. Eine solche ungerichtete Kante ist in Abbildung 3 dargestellt.

Abbildung 3. Visualisierung einer Hyperkante mit vier Enden

Gerade in neueren XML-basierten Sprachen zur Darstellung logischer Beziehungen zwischen hierarchisch strukturierten Dokumenten spielen Hyperkanten eine bedeutende Rolle. Bevor in Abschnitt 10.3 ein generischer Mechanismus für die Notation von Links in XML-Anwendungen ausführlich vorgestellt wird, skizzieren die folgenden beiden Abschnitte die Kerntechnologien, auf denen die meisten modernen Hypertext-Anwendungen basieren.

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