Konzepte Content-Repräsentation & Markup-Sprachen

12.1 Die DocBook-DTD

DocBook ist eine sehr verbreitete DTD für die Auszeichnung von Büchern, Artikeln und ähnlichen Texten. Die Hauptanwendungsklasse ist technische Dokumentation, wie z.B. Handbücher, Tutorials und Referenzdokumentation für Software und andere technische Systeme.

Die DocBook-DTD und entsprechende Anwendungen, die auf ihr basieren, haben sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. Die ersten Versionen entstanden bereits 1991. Seitdem wurde die DocBook-DTD von einer DTD für die Auszeichnung von UNIX-Systemdokumentation zu einer DTD für die Auszeichnung allgemeiner Texte weiterentwickelt, unter Beteiligung verschiedenen Firmen und anderer Gruppen.

Ein Grund für die große Verbreitung von DocBook ist die Erweiterbarkeit und Anpaßbarkeit der DTD. Benutzer haben sowohl die Möglichkeit, einzelne Inhaltsmodelle, z.B. ausgewählte Elementtypdefinitionen, in anderen Anwendungskontexten zu verwenden, als auch die Möglichkeit, das Inhaltsmodell bestehender DocBook-Elementtypen gemäß den Anforderungen ihrer Anwendungen anzupassen, beispielsweise um Vereinfachungen vorzunehmen. Das Inhaltsmodell einiger Elementtypen ist so allgemein gehalten, daß konkrete Anwendungen eine Anpassung und Einschränkung des allgemeinen Inhaltsmodells sogar erforderlich machen können, um ein für eine bestimmte Anwendung sinnvolles Markup-Vokabular zu erhalten.

Diese Lerneinheit beschreibt die Version 4.1.2 der DocBook-DTD für XML.

DocBook wurde um 1991 von HaL Computer Systems und O'Reilly & Associates für die Erstellung von technischer Dokumentation für UNIX-Systeme entwickelt, beispielsweise für die Erstellung von Online-Dokumentation. Diese Dokumente wurden früher in troff (siehe Lerneinheit 6) erstellt. Durch die Verwendung eines SGML-basierten Ansatzes sollte unter anderem die Austauschbarkeit von Dokumenten zwischen verschiedenen Herstellern verbessert werden. Die ersten Versionen der DTD waren demzufolge deutlich auf die Auszeichnung technischer Dokumente ausgerichet.

Spätere Versionen wurden von der Davenport-Gruppe, ein vom O'Reilly-Verlag ins Leben gerufenes Forum für Ersteller von Dokumentation von Computersystemen, in Richtung einer allgemeingültigen DTD erweitert, die z.B. die Auszeichnung von Artikeln und Büchern ermöglichen sollte.

Während DocBook zunächst als SGML-DTD entwickelt wurde, begann ab 1998 die Entwicklung einer XML-Version der DTD. Die Weiterentwicklung wurde von diesem Zeitpunkt vom dafür gegründeten OASIS DocBook Technical Committee übernommen. OASIS (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) ist ein internationales Konsortium, das Spezifikationen für den Dokumentenaustausch auf der Basis von SGML bzw. XML und verwandter Technologien entwickelt.

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