Organisation und Technologiemanagement

4.3.1 Der QTK-Kreis

Das Modell des QTK-Kreises geht auf den deutschen Qualitätsexperten Walter Geiger zurückgeht. Es setzt bei der augenscheinlichen Tatsache an, dass bei einer Tätigkeit immer Zeit (T), Qualität (Q) und Kosten (K) beachtet werden, da es in der freien Wirtschaft auf Terminerfüllung, günstige Kosten und zufrieden stellende Qualität zugleich ankommt. Das gilt für einfache und komplexe, und auch für maschinelle Tätigkeiten. Diese Tätigkeitskomponenten und ihr Zusammenwirken erklärt der QTK-Kreis.

Nirgends in einer Organisation gibt es eine Tätigkeit, die lediglich eines der spezifischen Ziele der Organisation verfolgt; auch wenn die Bezeichnung mancher Tätigkeit diesen Eindruck vermittelt. Im Ablauf der konkreten Tätigkeiten ist es nicht möglich die Tätigkeiten nach den drei Aspekten zu separieren. Der QTK-Kreis ist als Denkmodell zu verstehen. Er erklärt indirekt und ergänzend eindrucksvoll, dass es eine qualitätsbezogene Erfolgsrechnung für Tätigkeiten ebenso wenig geben kann, wie es ein terminbezogene oder eine kostenbezogene Erfolgsrechnung bei den Tätigkeiten gibt. Er gliedert sich in drei Hauptphasen: Aus den Planungsphasen, den Realisierungsphasen und den Nutzungsphasen eines Angebotsprodukts.

Das Wort Hauptphase erläutert bereits, dass es "Unterphasen" geben muss. Benutzt man es systematisch, kann jede einzelne Tätigkeit als Element zusammengefasster Tätigkeiten gesehen werden. Besonders wichtig allerdings sind die drei aufgeführten Schnittstellen: Die Schnittstelle zum Auftraggeber (Abnehmer, Kunden) in der Angebotsphase. Die zweite Schnittstelle ist die zwischen den Planungsphasen und den Realisierungsphasen.

Dort ereignen sich die meisten Fehlleistungen. Oft bestehen sie in einer ungenügenden oder unrichtigen Informationsweitergabe. Schließlich ist der "Gefahrübergang" nicht nur ein juristischer Begriff, sondern auch für den Lieferanten ein entscheidender, oft abschließender Markstein in der Erstellung des Angebotsprodukts. Selbstverständlich gibt es fallbezogen noch zahlreiche weitere Schnittstellen. Sie unterliegen jedoch fast immer denselben Kriterien wie die erwähnten drei "Hauptschnittstellen".

Ein wesentlicher Vorteil des Denkens innerhalb des Modells QTK-Kreis besteht darin, dass er stets unverändert anwendbar ist. Damit hat dieses Modell einen universellen Charakter im Managementdenken. Im Zusammenhang mit einem QM-System beugt das Modell des QTK-Kreisen dem Irrtum vor, dass es beim Qualitätsmanagement darum geht, ein nach Art einer als Abteilung aufzubauendes System von zusammenwirkenden Tätigkeiten für eine zufrieden stellende Qualität von Angebotsprodukten zu konfigurieren.

Das wird in der Tat zuweilen angenommen, dass sich ein QM-System ähnlich gliedern und organisieren ließe wie eine Vertriebsabteilung oder eine Entwicklungsabteilung. Diese aus der betrieblichen Aufbauorganisation entstandene Vorstellung behindert aber eine zweckmäßige Gestaltung des QM-Systems.

Der QTK-Kreis zeigt, dass die auf zufrieden stellende Qualität zielenden Tätigkeiten in Wahrheit Tätigkeitskomponenten sind, die sich von anderen Komponenten dieser Tätigkeit mit anderer Zielsetzung nicht trennen lassen. Allein schon diese Erkenntnis hat eine große Bedeutung.

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