PHP 4.3

1.3.1 Der Webserver - am Beispiel des Apache-Webservers

Viele Webadministratoren vertrauen aufgrund der Vielseitigkeit und Modularität auf den Webserver "Apache". Dabei entstammt der Name des Servers nicht einer Verwandtschaft mit dem gleichnamigen Indianerstamm, sondern hat seine Wurzeln in der Entstehungsgeschichte des Servers. 1995 war der von Rob McCool entwickelte NCSA-Webserver der meistgenutzte Server im Internet, wurde jedoch nach McCools Ausscheiden vom NCSA nicht mehr weiterentwickelt.
Infolgedessen kamen immer mehr Patches (kleine Programmaktualisierungen) freier Entwickler auf den Markt, die den vorliegenden Server in Sachen Funktionalität erweitern und verbessern sollten. Letztlich verselbständigte sich diese Entwicklung so sehr, dass Administratoren mit gepatchten Servern arbeiteten, die mit dem ursprünglichen Produkt (fast) nichts mehr zu tun hatten.
Mit einem Schmunzeln formte man deshalb aus der Bezeichnung a patchy webserver den heutigen Namen: Apache Webserver.

Die erste, technologisch auf dem NCSA Webserver Version 3 basierende, aber im Kern neuentwickelte Betaversion des Apache Webservers erschien im April 1995 als Open-Source-Release. Bereits im Dezember 1995 legte das als Apache Group bekannte Entwicklerteam die stark verbesserte und funktionell bereicherte Version 1.0 vor, die innerhalb eines Jahres auf mehr Servern eingesetzt wurde, als der ursprüngliche NCSA Webserver.

Heute nimmt Apache mit 60% Verbreitung und damit weitem Vorsprung vor den meisten anderen vergleichbaren Softwareprodukten den ersten Platz unter Webservern ein, was sicherlich nicht zuletzt an eben jenem modularen Konzept und der Leistungsstärke dieser mittlerweile sehr anspruchsvollen Software liegt.

Aufgrund seiner Entstehung als Open-Source-Produkt ist der Apache Webserver auch weiterhin kostenlos erhältlich. Für nahezu jedes relevante Betriebssystem ist eine Distribution erhältlich, sodass Sie in Sachen Investitionsschutz mit dieser Software praktisch keine Fehler machen können.

Da der Begriff Distribution besonders häufig im Zusammenhang mit dem Betriebssystem Linux fällt, wollen wir ihn an dieser Stelle kurz erläutern:
Linux besteht aus vielen Einzelkomponenten, die alle weiterentwickelt werden, also in verschiedenen Ausführungen existieren. Es kann also nicht von "dem Linux" gesprochen werden. Im Grunde ist Linux vergleichbar mit einem Bausatz, dessen Komponenten aufeinander abgestimmt werden müssen. Und genau diese Abstimmung muss der Anwender nicht mehr selbst vornehmen, sondern er kann vorgefertigte Abstimmungen in Form einer Distribution von diversen Anbietern erwerben. Der gleiche Begriff wird inzwischen nicht nur auf das ganze Linux-System, sondern auch auf einzelne Programmsysteme wie Apache angewendet. Frühe Distributionen eines Linux-Programms erforderten oftmals die manuelle Installation und Konfiguration durch den Benutzer. Mit der zunehmenden Popularität des Betriebssystems Linux werden aber immer mehr dieser Distributionen mit automatischen Installationsprogrammen versehen - so beispielweise auch die Windows-Distribution des Apache Webservers, der ursprünglich nur auf Unix-Betriebssystemen wie Linux zu Hause war.

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