TEIA-Internet-Führerschein

4.2.5 Zahlungssysteme

Eine der entscheidenden Fragen beim Online-Shopping ist die nach der Bezahlung der bestellten Ware. Aus Sicht der deutschen Online-Kunden sind es immer noch die klassischen Zahlungsmittel wie Rechnung, Lastschriftabbuchung, Nachnahme oder Vorausscheck/-überweisung, die das größte Vertrauen genießen.
Mit Fortschreiten der technischen Entwicklung werden sich die Zahlungsmittel und Bezahlungsformen den technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen anpassen, mit der Folge dass zunehmend elektronische Bezahlformen Verwendung finden werden.

Im Folgenden ein Überblick zu den derzeit verwendeten Verfahren:
  • Zahlung per Rechnung und Nachnahme
  • Lastschriftverfahren
  • Online-Zahlung per Kreditkarte
  • Paybox
  • Micropayment-Systeme
  • MicroMoney
  • Inkasso-Unternehmen


Zahlungsverfahren beim Online-Shopping

  • Zahlung per Rechnung und Nachnahme

    Die Zahlung per Rechnung und per Nachnahme gehört zu den traditionellen Bezahlungsformen, die im Versandhandel bereits lange erprobt sind und heute von den meisten eShop-Einkäufern bevorzugt wird. Die Bezahlung erfolgt dabei entweder zum Lieferzeitpunkt, wenn Nachnahme vereinbart worden ist (meist in bar oder mit Scheck) oder innerhalb einer Frist (z. B. 14 Tage ab Lieferdatum), wenn "mit Rechnung" vereinbart worden ist (mittels Überweisung oder Scheck).

    Eine Ausnahme stellt die Bezahlung nach Vorauskasse dar (Bezahlung vor der Auslieferung der Ware). Für dieses Verfahren muss der Kunde Vertrauen zum Händler haben, anderenfalls wird er das Risiko der Nichtlieferung nicht eingehen.



  • Lastschriftverfahren

    Bei diesem Verfahren erhält der Händler eine Einzugsermächtigung mit den notwendigen Kontodaten und kann die Rechnungsbeträge abbuchen. Die Übertragung der Kundendaten über das Internet sollte SSL-verschlüsselt erfolgen. Sie haben hierbei ein gesetzliches Recht darauf, abgebuchte Beträge bis zu sechs Wochen lang ohne Angabe von Gründen wieder rückbuchen zu lassen.


  • Online-Zahlung per Kreditkarte

    Weltweit hat diese Form des Bezahlens im Internet große Bedeutung. Einer der Vorteile liegt in der schnellen und verhältnismäßig einfachen Abwicklung der Transaktionen. Der Karteninhaber übermittelt die Kartendaten (Kreditkartennummer und die Gültigkeitsdauer) an den Händler und erhält in der Regel die Ware umgehend ausgeliefert. Der Händler lässt nun die Kartendaten bei der entsprechenden Kreditkartengesellschaft überprüfen und erhält, soweit die Daten stimmen und das Konto gedeckt ist, die Summe aufs Konto überwiesen. Das Girokonto des Kunden wird mit dem Zahlungsbetrag belastet.

    Die gesamte Transaktion wird mittels der Informations- und Kommunikationstechnologie abgewickelt. Da es sich um die Weitergabe hochsensibler Daten handelt, erfolgt eine Verschlüsselung der Kartendaten mit SSL-Technologie.

    Abb. 4.4 Ablauf einer Kreditkartenzahlung mit SSL

    Quelle: Konzepte in eCommerce-Anwendungen, TEIA-Qualifikationseinheit



  • Paybox

    Die weite Verbreitung von Mobiltelefonen nutzt die paybox.net AG für ihren Service: Hier wird über das Handy gezahlt und nicht über das Computer-Netz. Paybox tritt dabei als Inkassounternehmen auf und rechnet vom Käufer bestätigte Beträge ab. Der Ablauf einer Zahlung mit Paybox ist einfach und sicher: Sie bestellen die Ware über das Internet und geben dabei die Mobilrufnummer an. Dann ruft Sie ein Sprachcomputer an, der sich Betrag und Empfänger mit einer PIN bestätigen lässt. Nun kann der Händler die Ware an Sie absenden. Paybox begleicht die Rechnung und bucht das Geld von dem Girokonto ab, das Sie bei Paybox angegeben haben.



  • Micropayment-Systeme

    Wenn es um die Zahlung kleiner Geldbeträge im Internet geht, gelten Micropayment-Systeme als Hoffnungsträger. Sie rechnen auch Kleinstbeträge unter einem Euro ab, beispielsweise Artikel aus einer Fachzeitschrift, Informationen eines Börsentickers oder Musikdateien. Das bekannteste Micropayment-System ist Firstgate click&buy. Die Kunden müssen sich zunächst bei Firstgate registrieren und ein Girokonto angeben, über das abgerechnet wird. Diese Prozedur ist nur einmal fällig. Beim Aufruf eines Angebots werden die Kunden über die anfallenden Kosten informiert, die dann bequem und einfach per Mausklick bezahlt werden. Die Beträge werden einmal monatlich vom Konto eingezogen. Die Zahlung bei Firstgate erfordert zwar eine Anmeldung, der Kunde bleibt aber dem Shop gegenüber anonym, da die Produkte (z. B. Downloads) von den Firstgate-Servern geladen werden. Eine spezielle Benutzerkennung oder die Angabe der E-Mail-Adresse beim eShop ist für eine Zahlung per Firstgate nicht notwendig.



  • MicroMoney

    Ein weiteres Zahlsystem für Kleinstbeträge ist MicroMoney, ein System der Deutschen Telekom, das auf einer "Geldkarte" basiert. MicroMoney-Karten gibt es bundesweit in den Filialen der Deutschen Post und in allen T-Punkten der Telekom mit den Nennbeträgen 15, 30 und 50 Euro. Kunden bezahlen diese Karten mit Bargeld, so dass ihr Name gegenüber dem Inkasso-Service nicht bekannt ist. Bei einer Zahlung mit einer neuen MicroMoney-Karte muss zunächst das linke Nummernfeld auf der Karte frei gerubbelt werden. Nun erscheint die 16-stellige MicroMoney-Nummer, mit der im Internet bezahlt wird. Nach Eingabe der Nummer durchlaufen die Kunden den verschlüsselten Bezahlprozess wie bei einer Kreditkarte.



  • Inkasso-Unternehmen

    Eine besondere Variante der Zahlung ist die Abrechnung über Inkasso-Unternehmen wie PayBill oder PayPal, die die Abrechnung für Käufer und Verkäufer übernehmen und dabei andere Zahlungssysteme wie Lastschrift oder Kreditkarte nutzen.

 

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