US-GAAP und IAS/IFRS

10.8.2 Equitykonsolidierung

Die Equity-Methode wird auf die Bilanzierung inländischer und ausländischer Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und an Corporate Joint Ventures (Gemeinschaftsunternehmen in der Rechtsform einer Corporation - gemäß SFAS 94.15a) angewendet. Zielsetzung der Methode ist es, die enge Verbindung zwischen den beiden Unternehmen (assoziiertes Unternehmen und erwerbendes Unternehmen) zu zeigen. Demzufolge weist die Equity-Methode Ähnlichkeiten mit der Konsolidierung auf. Voraussetzung für die Anwendung der Equity-Methode ist, dass der Anteilseigner einen maßgeblichen Einfluss hat und das betreffende Unternehmen weder ein Tochterunternehmen noch ein Gemeinschaftsunternehmen des Anteilseigners ist.

Ein maßgeblicher Einfluss ("Significant Influence") liegt dann vor, wenn finanzielle und operative Entscheidungen durch das Unternehmen bestimmt werden können, ohne dass ein beherrschender Einfluss ausgeübt werden kann. Ein maßgeblicher Einfluss wird nach APB 18.17 widerlegbar vermutet, wenn der Anteilseigner direkt oder indirekt mindestens 20 % der Stimmrechte hält. Die Möglichkeit, einen maßgeblichen Einfluss auszuüben, kann auch bei Mehrheitsbeteiligung eines anderen Unternehmens vorliegen (APB 18.17).

Für den Nachweis eines maßgeblichen Einflusses sind in APB 17 folgende Sachverhalte genannt:

  • Vertretung im Vorstand (Board of Directors) oder Geschäftsführung,

  • Möglichkeit der Mitwirkung bei Entscheidungsprozessen,

  • wesentliche Geschäftsbeziehungen zwischen dem Anteilseigner und dem assoziierten Unternehmen,

  • Austausch von Führungskräften oder

  • wesentliche technologische Abhängigkeiten.

Für die Widerlegbarkeit der Vermutung sind in FIN 35.4 Beispiele angeführt (Gegen die Vermutung eines maßgeblichen Einflusses spricht beispielsweise, dass sich das Beteiligungsunternehmen durch einen Rechtsstreit oder Klage dem maßgeblichen Einfluss widersetzt. Darauf soll hier nicht näher eingegangen werden).

Verbote für den Einbezug sind identisch mit denen für die Erfassung von Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis (SFAS 94.13 und 15, siehe unter 3). Soweit die Beteiligung zur Weiterveräußerung bestimmt ist, scheidet die Equity-Methode aus und es ist nach dem Anschaffungskostenprinzip zu bewerten ("Lower-of-Cost-or-Market", APB 18.6a). Die Bilanzierung kann sowohl im Einzel- als auch im Konzernabschluss nach der Equity-Methode erfolgen.

Die Equity-Methode ist von dem Zeitpunkt anzuwenden, an dem das Unternehmen die Voraussetzungen eines assoziierten Unternehmens erfüllt. Wenn die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit der Equity-Methode nicht mehr vorliegen, ist von der Equity- auf die Anschaffungskostenmethode (APB 18.6a) zu wechseln.

In den folgenden Abschnitten werden die Komponenten des Wertansatzes erläutert:

Ergebnisse des assoziierten Unternehmens beeinflussen den Wertansatz: bei Gewinnen erhöht sich der Wertansatz der Beteiligung, bei Verlusten vermindert er sich (APB 18.6a). Die Vereinnahmung von Beteiligungserträgen (z. B. Dividenden) reduziert den Beteiligungsansatz, da es ansonsten zu einer doppelten Erfassung von anteiligen Gewinnen einerseits und Beteiligungserträgen (Dividenden) andererseits kommen würde (APB 18.6a).

Wie beim Konsolidierungsprozess sind Gewinne aus "Upstream" oder "Downstream"-Transaktionen zu eliminieren (APB 18.19, AIN APB 18). Bei einem "Upstream"-Sale veräußert beispielsweise das assoziierte Unternehmen Waren an den Anteilseigner, bei einem "Downstream"-Sale tritt umgekehrt das assozierte Unternehmen als Käufer auf. Dabei entstehende Erfolgsbeiträge werden wie bei der Zwischenergebniseliminierung im Rahmen von Konsolidierungsmaßnahmen eliminiert.

Im Rahmen der Anwendung der Equity-Methode kann ein Goodwill entstehen (APB 18.19b). So werden Vermögenswerte und Schulden des Beteiligungsunternehmens mit Marktwerten angesetzt. Danach wird zunächst die Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem anteiligen Eigenkapital ermittelt. Ein entstehender Unterschiedsbetrag wird anteilig den Vermögenswerten und Schulden zugeordnet und insofern stille Reserven und Lasten aufgedeckt. Ein verbleibender Goodwill (aktivischer Unterschiedsbetrag) ist nicht separat, sondern innerhalb des Beteiligungsansatzes zu erfassen. Ergibt sich aufgrund der oben dargestellten Berechnung ein Badwill ("passivischer Unterschiedsbetrag"), so verringert dieser analog den Beteiligungsansatz.

Ein aktivischer oder passivischer Unterschiedsbetrag ist nach dem neuen SFAS 142.40, in dem unter anderem der Impairmenttest für Goodwill aus Kapitalkonsolidierung geregelt ist, nicht mehr planmäßig abzuschreiben. Grundsätzlich gilt der allgemeine "Impairment-Only"-Approach, d. h. nur bei Vorliegen von Indikatoren einer Wertminderung ist der Bilanzansatz abzuschreiben. Für Goodwill aus einer At-Equity-Bewertung gelten jedoch nicht die Grundsätze des SFAS 142, sondern die allgemeinen Grundsätze des Impairmenttests für At Equity bewertete Unternehmen nach APB 18.19h). Indizien für die Abwertung sind beispielsweise anhaltende Verluste des Beteiligungsunternehmens. Die Vorschrift des APB 18.19h) stellt auf den Fair Value des Beteiligungsunternehmens ab (hier könnte gegebenenfalls der Börsenpreis herangezogen werden). Bei der Beurteilung, ob eine dauerhafte Wertminderung vorliegt, sind neben dem Fair Value auch andere Indizien zu berücksichtigen.

Ebenso sind die Unterschiedsbeträge zwischen den anteilig beizulegenden Teilwerten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden über die Restnutzungsdauer der Vermögensgegenstände und Schulden zu verteilen.

Im Ergebnis entwickelt sich der Beteiligungsansatz aufgrund der oben genannten Geschäftsvorfälle wie folgt:

Für die Bewertung der Beteiligung sind die jeweils letzten verfügbaren Abschlüsse des assoziierten Unternehmens zugrunde zu legen.

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