Allgemeine Volkswirtschaftslehre

1.1.9 Methoden der Volkswirtschaftslehre II

Die in der Modellierung volkswirtschaftlicher Modelle angewandten Gleichungen können zunächst in Reaktionsgleichungen und Identitätsgleichungen unterschieden werden. Während Reaktionsgleichungen Erklärungsansätze für beobachtete Phänomene liefern, beschreiben Identitätsgleichungen nur Übereinstimmungen.

Diese Gleichungen untergliedern sich weiterhin in die folgenden sechs Typen:

  1. Verhaltensgleichungen versuchen, Hypothesen über das Verhalten von Wirtschaftssubjekten zu erfassen, z.B. über das Konsumverhalten.

  2. Technische Gleichungen beschreiben technische Zusammenhänge, z.B. bezüglich der Art und Weise des Faktoreneinsatzes bei der Produktion.

  3. Institutionelle Gleichungen beschreiben z.B. die Auswirkungen staatlicher Vorschriften, z.B. die Auswirkungen der Steuererhebung.

  4. Definitionsgleichungen beschreiben beispielsweise die angenommene Gleichheit verschiedener Größen, etwa dass die Summe aus Konsum und Nettoinvestitionen immer dem verfügbaren Einkommen entsprechen muss.

  5. Tautologien beschreiben zwangsweise Identitäten, welche sich aus den anderen Gleichungen eines Modells ergeben.

  6. Gleichgewichtsbedingungen beschreiben schließlich Zustände, zu denen untersuchte ökonomische Situationen stabil, d.h. im Gleichgewicht sind.

Der Vorteil algebraischer Darstellungen besteht in ihrer universalen Anwendbarkeit. Nicht nur einfache Zusammenhänge mit wenigen Variablen können untersucht werden, sondern auch komplexe Zusammenhänge mit prinzipiell unbegrenzt vielen Einflussfaktoren. Ihr Nachteil besteht darin, dass oftmals umfangreiches mathematisches Vorwissen erforderlich ist, um derartige Modelle zu verstehen.

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