Allgemeine Volkswirtschaftslehre

1.2.9 Das Gesetz der zunehmenden Opportunitätskosten

Das Gesetz der zunehmenden Opportunitätskosten hängt eng mit den Input-Output-Beziehungen in den verschiedenen volkswirtschaftlichen Sektoren und hierbei wieder vor allem mit dem Ertragsgesetz der Produktion zusammen. Geht man dazu über, beispielsweise von Gut X immer mehr zu produzieren, dann muss man in immer höherem Maße auf Einheiten des Gutes Y verzichten, um eine weitere Einheit von X herstellen zu können. An dieser Stelle aber wirkt sich bei Gut X das Ertragsgesetz aus: Je mehr von X bereits produziert wird, desto höher ist der Bedarf an zusätzlichen Produktionsfaktoren, um noch mehr von X herstellen zu können. Diese Produktionsfaktoren müssen, da sie nur begrenzt vorhanden sind, natürlich aus der Produktion des Gutes Y abgezogen werden. Da aber bei der Produktion des Gutes Y das Ertragsgesetz ebenfalls gilt, werden dort umso weniger Produktionsfaktoren frei, je weniger von Y produziert wird - und von Gut Y wird ja immer weniger produziert, also werden dort tatsächlich immer weniger Faktoren frei!

Es treffen also die beiden folgenden Effekte aufeinander:

  1. Es können pro Einheit immer weniger Ressourcen aus der Produktion von Y abgezogen werden.

  2. Es werden aber im selben Zuge immer mehr Ressourcen für die Produktion des Gutes X erforderlich.

Diese Abhängigkeiten zwischen den Produktionen der beiden Güter verursachen den konkaven Verlauf der Transformationskurve und bedingen somit das Gesetz der zunehmenden Opportunitätskosten.

Ein Maß für die Transformierbarkeit zweier Güter erhält man, wenn man an demjenigen Punkt der Transformationskurve, an dem sich eine Volkswirtschaft gerade befindet, die Steigung misst. Sie gibt wieder, auf wie viele Einheiten des einen Gutes man verzichten muss, um von dem anderen eine weitere Einheit herstellen zu können. Dieses Maß der gegenseitigen Transformierbarkeit wird auch als Transformationsrate bezeichnet.

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