Allgemeine Volkswirtschaftslehre

2.2.2 Isogewinnlinien

Will der Produzent seinen Gewinn maximieren, so muss er zunächst über den Einsatz der Produktionsfaktoren entscheiden. Unter Anwendung der partiellen Faktorvariation - auch als Partialanalyse bezeichnet - wird als erstes untersucht, wie sich Änderungen des Einsatzes eines Faktors in der Produktion unter ansonsten gleich bleibenden Rahmenbedingungen auf den Output des Produzenten auswirken.

Im Folgenden wird die bei der Produktion des Gutes x1 eingesetzte Faktormenge des Faktors v1 variiert, die Menge des Faktors v2 wird hingegen als konstant angenommen. Stellt man die Gewinngleichung nach x1 um, so erhält man die Funktion der so genannten Isogewinnlinie (iso: gleich, identisch):

x1 = G/p1 + (v1w1)/p1+ (v2w2)/p1

Um die Isogewinnlinie graphisch zu veranschaulichen, zeichnet man sie in ein Input-Output-Diagramm ein:

Abb 56 Isogewinnlinie

Auf der Abszisse ist die im Produktionsprozess eingesetzt Menge des Faktors v1 abzulesen, auf der Ordinate ist die produzierte Menge des Gutes x1 eingezeichnet.

Die Isogewinnlinien markieren hierbei alle Input-Output-Kombinationen zwischen dem Faktor v1 und dem Gut x1, mit welchen das Unternehmen den selben Gewinn erzielen kann. Der mit G/p1+(v2w2)/p1 gekennzeichnete Ordinatenabschnitt stellt den Gewinn zuzüglich der fixen Kosten dar. Die Steigung der Isogewinnlinie kennzeichnet das Verhältnis zwischen Faktorpreis w1 und Güterpreis p1. Die positive Steigung der Isogewinnlinie ist folgendermaßen erklärbar: Setzt man mehr Einheiten des Faktors v1 ein, so hat man zwar höhere Faktorkosten v1w1, man kann aber auch mehr von dem Gut x1 herstellen und somit einen höheren Erlös x1p1 erzielen. Der Gewinn bleibt konstant.

Geht man von einem höheren Gewinn aus, so steigt der Betrag des Terms G/p1+(v2w2)/p1 an. Graphisch bedeutet dies, dass sich die Isogewinnlinie nach oben verschiebt. Hieraus kann gefolgert werden, dass Isogewinnlinien, die weiter vom Nullpunkt entfernt beginnen, einen höheren, solche, die näher am Nullpunkt, beginnen einen geringeren Gewinn symbolisieren.

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